de fr it

Hütten

Ehemalige Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Horgen, 2019 wie Schönenberg in die Gemeinde Wädenswil integriert. Strassendorf mit Weilern und Höfen beidseits der Sihl am Nordhang des Höhronen. 1270 ze dien Hütten. 1850 718 Einwohner; 1900 576; 1920 523; 1950 563; 2000 860; 2010 892; 2018 888.

Hütten: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Hütten: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Die 1270 erwähnten Schweigen (auf Milchwirtschaft spezialisierte Viehhöfe) der Freiherren von Wädenswil waren vermutlich auf hochmittelalterlichem Rodungsland errichtet. Hütten gehörte 1287-1549 zur Herrschaft der Johanniterkomturei von Wädenswil, nach Kauf durch die Stadt Zürich bis 1798 zur Landvogtei Wädenswil. Im voralpinen Grenzgebiet zur Innerschweiz gelegen, litt Hütten in den Glaubenskriegen unter Einfällen der Katholiken: 1656 wurden 15 Häuser samt Kapelle (Neubau 1668) durch Schwyzer eingeäschert, 1712 verteidigte die Zürcher Besatzung die Hüttenschanze erfolgreich. Die 1490 geweihte Jakobskapelle war bis 1703 Filiale von Richterswil, dann bis 1752 von Schönenberg. Mangelnde Pastoration hatte die Verbreitung der Täufer gefördert, weshalb die wöchentliche Predigt danach durch einen Vikar aus Zürich besorgt wurde. 1824 zur Pfarrei erhoben, erhielt Hütten 1856 eine spätklassizistisch-neugotische Kirche. 1969 wurde eine katholische Kirche errichtet (1992 Anteil der Reformierten an der Bevölkerung 57%, der Katholiken 43%). Hütten war mit Viehzucht und Milchwirtschaft, wenig Ackerbau, Heimindustrie und dörflichem Gewerbe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Molkenkurort mit den Gasthöfen Krone, Bären und Kreuz bei Zürcher Gästen beliebt. Das erste Schulhaus von 1838 wurde 1968 durch ein neues mit Gemeindesaal ersetzt. 1878-1921 erfolgte die Korrektion der Sihl, bis 1945 jene der Seitenbäche; im selben Jahr wurde der Hüttnersee unter kantonalen Schutz gestellt. Die 1871 eingerichtete Pferdepost Wädenswil-Hütten wurde 1922 abgelöst durch die Postautoverbindung Schindellegi-Hütten-Menzingen. Ein neues Wohnquartier entstand am Südhang gegen den Hüttnersee. Der 2005 genehmigte Kernzonenplan soll zur Erhaltung des Ortsbilds beitragen.

Quellen und Literatur

  • B. Piguet, «Eine Heimatkunde von Hütten», in Blätter der Vereinigung pro Sihltal 17, 1967, 3-27
  • P. Ziegler, Hütten, 1987
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1270: ze dien Hütten

Zitiervorschlag

Kuprecht, Karl: "Hütten", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.12.2019. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000097/2019-12-17/, konsultiert am 25.10.2020.