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Schwerzenbach

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Uster, am nördlichen Ende des Greifensees gelegen. 1064 Swerzenbach (Abschrift vermutlich aus den kurz nach 1140 verfassten Acta Murensia). 1836 221 Einwohner; 1850 218; 1900 201; 1950 389; 1970 2665; 2000 4256; 2010 4332; 2020 5147.

Schwerzenbach: Situationskarte 2023 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.
Schwerzenbach: Situationskarte 2023 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.

Die wenigen Einzelfunde aus der Bronzezeit lassen keine Schlüsse auf eine frühe Besiedlung von Schwerzenbach zu. Der Fund eines römischen Münzschatzes 1895 ist schlecht dokumentiert und gilt als fragwürdig. Im Mittelalter gehörte Schwerzenbach zur Rapperswiler (von Rapperswil) Herrschaft Greifensee, welche die Gräfin Elisabeth von Rapperswil an die Herren von Landenberg verpfändete. Die Herrschaft gelangte 1402 pfandweise an die Stadt Zürich. Auch das Kloster Einsiedeln besass Güter und Rechte in Schwerzenbach. Bis 1798 bildete Schwerzenbach einen Teil der Zürcher Landvogtei Greifensee, kam 1798 zum helvetischen Distrikt Uster und 1803 zum gleichnamigen Bezirk. Neben der 1275 erstmals erwähnten Kirche soll sich das Grab des Lokalheiligen Einhard befunden haben, von dem der Pfarrer von Schwerzenbach, Johannes Klarer (1535), genannt Schnegg, eine um 1188 in Schwerzenbach spielende Wundersage erzählte. Die Kirche wurde 1444 im Alten Zürichkrieg verwüstet. Auch nach der Reformation gehörte die Kollatur dem Kloster Einsiedeln, das sie bis 1834 ausübte. Der 1529 von Schwyz abgeurteilte Jakob Kaiser, der reformierte Pfarrer von Schwerzenbach und Kaltbrunn, starb den Feuertod, was den Ersten Kappelerkrieg mitauslöste. In der frühen Neuzeit prägte die Landwirtschaft das wirtschaftliche Leben in der Gemeinde, im 18. Jahrhundert brachte das Spinnen und Weben in Heimarbeit zusätzliches Einkommen (Textilindustrie). Die Industrialisierung blieb mangels geeigneter Wasserläufe und trotz eigener, seit 1856 bestehender Bahnstation gering. Eine einzige Seidenfabrik etablierte sich im Dorf (Seide). Mit dem Bauboom in den 1960er und 1970er Jahren erfolgte ein rasanter Bevölkerungsanstieg. Das Dorfzentrum verlagerte sich vom alten Kern bei der Kirche zur Bahnstation in Richtung Volketswil. Damit ging ein wirtschaftlicher Aufschwung einher: 1960-2005 entstanden in der Gemeinde rund 3000 neue Arbeitsplätze, zunächst im Industrie-, später im Dienstleistungssektor. Schwerzenbach ist eine Arbeitsplatzgemeinde, deren Angebot an Stellen die Zahl der erwerbstätigen Einwohner übersteigt. 2005 stellte der 2. Sektor 34%, der 3. 63% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.

Quellen und Literatur

  • Frei, Beat: Schwerzenbach. Eine lange Geschichte, 2004.
Von der Redaktion ergänzt
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VIAF

Zitiervorschlag

Rainer Hugener: "Schwerzenbach", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.09.2023. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000134/2023-09-11/, konsultiert am 22.02.2024.