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Hofstetten (ZH)

Ehemalige Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Winterthur, seit 2018 Teil der Gemeinde Elgg. Das langgezogene Gebiet Hofstettens erstreckte sich vom Schauenberg bis gegen das Eulachtal über drei Höhenstufen und umfasste die Kleinsiedlungen Huggenberg, Geretswil, Hofstetten, Wenzikon und Dickbuch. 914 Pipineshovestetin. Offizieller Name bis 2003 Hofstetten bei Elgg. 1467 ca. 90 Einwohner; 1850 587; 1900 478; 1950 461; 2000 419; 2010 447; 2017 500.

Hofstetten (ZH): Situationskarte 2017 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Hofstetten (ZH): Situationskarte 2017 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Urkunden von 754, 803/805 und 914 bezeugen Schenkungen an das Kloster St. Gallen. Um 1200 stand auf dem Schauenberg eine Holzburg, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch einen Steinturm ersetzt wurde. Die Burg war der Sitz eines 1242 erstmals erwähnten sankt-gallischen Ministerialengeschlechts. Die um 1331 von Beringer von Hohenlandenberg übernommene Feste wurde um 1344 von den Österreichern und Zürchern geschleift. Im 13. Jahrhundert begann sich der sankt-gallische Güterkomplex aufzulösen; die Klöster Magdenau, Töss, Rüti und Tänikon übernahmen verschiedene Güter. Die Lehenshoheit ging ab dem frühen 14. Jahrhundert in vielen Fällen an die Landenberger und Habsburger bzw. an die Herrschaft Elgg über. Hochgerichtlich kam Hofstetten 1424 und definitiv 1452 mit der Grafschaft Kyburg an die Stadt Zürich, der es 1494 gelang, mit der Rechtskörperschaft des sogenannten Stählernen Bunds auch die niedergerichtlichen Rechte über die meisten Siedlungen Hofstettens an sich zu ziehen. Nur die landenbergischen Besitzungen im Gebiet Huggenberg waren Teil der Gerichtsherrschaft Turbenthal. Kirchlich gehörten alle Siedlungen zur Pfarrei Elgg. 1798 wurde Hofstetten eine politische Gemeinde, die dem Distrikt Elgg, ab 1803 dem Bezirk Winterthur zugeteilt wurde. Die Zivilgemeinden Hofstetten, Huggenberg, Geretswil, Wenzikon und Dickbuch existierten bis 1928. Nur in Dickbuch, dem einzigen geschlossenen Dorf der Gemeinde, vermochte sich ländliches Handwerk anzusiedeln. In Hofstetten führte der 1786 aus Sachsen zugewanderte Chirurg Christian Müller eine Arztpaxis mit Apotheke. Die Gemeinde wurde nicht ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen und blieb landwirtschaftlich geprägt, wobei im unteren Gemeindeteil der Ackerbau, im oberen die Viehwirtschaft vorherrschte. Infolge der Konzentration der Landwirtschaftsbetriebe und der Umnutzung von Bauernhäusern sowie der weitgehend fehlenden Arbeitsmöglichkeiten entwickelte sich Hofstetten nach 1980 zu einem ländlichen Wohnort mit vielen Wegpendlern.

Quellen und Literatur

  • H.M. Gubler, Der Bezirk Winterthur. Südlicher Teil, 1986, 267-281 (Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Bd. 7)
  • J. Winiger et al., Die Burg Schauenberg bei Hofstetten, 2000
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
914: Pipineshovestetin
Variante(n)
Hofstetten bei Elgg

Zitiervorschlag

Müller, Ueli: "Hofstetten (ZH)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.11.2019. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000149/2019-11-12/, konsultiert am 01.12.2020.