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Unterengstringen

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Dietikon. Dorf bzw. Agglomerationsgemeinde am rechten Ufer der Limmat. 870 Enstelingon, zwischen 1265 und 1287 Nitern Enstringen. 1467 11 Haushalte; 1634 96 Einwohner; 1764 142; 1850 255; 1900 302; 1950 933; 1980 2290; 2000 2832.

Mögliche neolithische Terrassensiedlung im Hardwald. Unterengstringen war bis 1798 Teil der Gerichtsherrschaft Weiningen. Das Kloster Fahr besass die 1330 erwähnte Mühle in Unterengstringen, die um 1500 abging. Die 1324 bezeugte St. Michaelskapelle wurde wahrscheinlich in der Reformationszeit profaniert. Unterengstringen gehört zur reformierten Kirchgemeinde Weiningen bzw. zur katholischen Pfarrei Oberengstringen. Die Dorfgemeinde Unterengstringen bildete sich aus der Gerichtsgemeinde Weiningen heraus. Der Allmendstreit von 1622 beleuchtet die Sozialstruktur: Eine Minderheit von Vollbauern klagte damals gegen die Halbbauern und Tauner, welche frisch gerodetes Land für private Nutzung eingezäunt hatten. Der Schiedsspruch verlangte, die Neubrüche teilweise wieder der Allmend anzugliedern, und reservierte den Pferdebesitzern einige Stücke des Fronwalds als Weidegrund. Der Zürcher Johann Heinrich Landolt liess 1758 den Landsitz Sparrenberg erstellen (Architekt David Morf). Eine Fähre über die Limmat ist in Lehensbriefen des Klosters Fahr ab dem 16. Jahrhundert zu fassen; sie wurde abgelöst von der Brücke von 1844, der ältesten auf dem Flussabschnitt zwischen Zürich und Wettingen. 1850 war die Gemeinde noch stark bäuerlich geprägt. 1915 erstellte Julius Richard den Gasthof Sennenbühl, der 1933 um einen Kino- und Theatersaal erweitert wurde. Der Betrieb wurde 1969 stillgelegt; die eigenwilligen Gebäulichkeiten mussten 1984 einer Zentrumsüberbauung weichen. Das 1970 gegründete Ortsmuseum ist seit 1980 im Landsitz Weid untergebracht. Die Ende des 18. Jahrhunderts erwähnte Knabenschaft pflegte jeweils im Frühjahr verschiedene Feuerbräuche und verursachte 1867 einen Grossbrand. Seit 1963 werden die Mittfastenfeuer von einer Kommission organisiert.

Quellen und Literatur

  • O. Allemann, Die Gerichtsherrschaft Weiningen-Oetwil 1130-1798, 1947
Von der Redaktion ergänzt
  • Grunder, Karl: Der Bezirk Dietikon, 1997, S. 294-337 (Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, 9).
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Martin Illi: "Unterengstringen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.01.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000167/2014-01-14/, konsultiert am 15.08.2022.