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Ursenbach

Politische Gemeinde des Kantons Bern, Amtsbezirk Aarwangen, Verwaltungskreis Oberaargau. Die Gemeinde besteht aus dem Dorf (Kern mit Kirche), dem Ober- und dem Unterdorf und den Weilern Hirseren, Richisberg, Lünisberg, Hofen sowie Einzelhöfen in Hügellagen. 1888-1889 trat Ursenbach das Hubbergviertel (220 Einwohner) an Dürrenroth und Walterswil ab und erhielt die Weiler Richisberg (43) von Oeschenbach und Lünisberg (118) von Wynigen. 1201 Ursibach. 1764 654 Einwohner; 1850 1509; 1900 1281; 1950 1085; 2000 900.

Weltliche und geistliche Herren, unter anderen die Herren von Aarwangen und das Kloster Rüegsau, waren im Spätmittelalter in Ursenbach Grundbesitzer. Das Niedergericht, als Amt Ursenbach bezeichnet, gehörte den Grafen von Kyburg und war Teil des Hochgerichts ihres Hofs Herzogenbuchsee im kyburgischen Landgericht Murgeten, bis Letzteres 1406 bernisch wurde. Das Amt Ursenbach wurde im 14. Jahrhundert den Herren von Grünenberg verpfändet und kam 1407-1414 an Bern und zur bernischen Landvogtei Wangen. 1798-1803 gehörte Ursenbach zum Distrikt Langenthal und 1803-1884 zum Oberamt bzw. Amtsbezirk Wangen, seit 1884 ist es Teil von Aarwangen. Der Kirchensatz gelangte von den Herren von Mattstetten um 1353 an die Kommende Thunstetten, 1455 an die Familie von Ballmoos und 1519 an Bern. Die 1201 erwähnte Kirche mit einem ersten Vorgängerbau aus dem 8. Jahrhundert und einem Leodegar-, Theodul- und Georgspatrozinium wurde 1515 neu gebaut. Die von der Kirche Wynigen abhängige, 1479 erwähnte Heiligkreuz-Kapelle Lünisberg ging in der Reformation restlos ab. Die heutige Kirchgemeinde Ursenbach umfasst seit 1885 auch die Gemeinde Oeschenbach. Neben der Landwirtschaft – Feldgrasbau im oberen Teil von Ursenbach und Ackerbau, einst in Zelgen, im unteren Teil – wurde im 18. und 19. Jahrhundert auch Heimarbeit (Leinenweberei, Strohflechterei) und Kleingewerbe betrieben. 1854 erfolgte die Gründung der Ersparniskasse. Im 20. Jahrhundert führte die Mechanisierung der Landwirtschaft trotz neuem Arbeitsangebot vor allem im Bau- und Gastgewerbe sowie Fahrzeugbau zur Abwanderung. In Ursenbach wird der Primarschulunterricht angeboten; seit 1833 beteiligt sich die Gemeinde an der Sekundarschule Kleindietwil.

Quellen und Literatur

  • K.H. Flatt, Die Errichtung der bern. Landeshoheit über den Oberaargau, 1969
  • Der Amtsbez. Aarwangen und seine Gem., 1991
  • M. Schindler, Bauinventar der Gem. Ursenbach, 2002

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Ursenbach", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 05.03.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000207/2012-03-05/, konsultiert am 16.04.2024.