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Vechigen

Politische Gemeinde des Kantons Bern, Amtsbezirk Bern, Verwaltungskreis Bern-Mittelland. Die weitläufige Gemeinde im oberen Worblental umfasst vier Dörfer: das Kirchdorf Vechigen sowie Sinneringen und Boll im Tal und Utzigen am Hang, ferner Weiler und Einzelhöfe in Tal- und Hügellage wie Lindental, Littewil, Radelfingen und Dentenberg. 1275 Vechingen. 1764 1569 Einwohner; 1798 1891; 1850 2692; 1900 2860; 1950 2914; 2000 4614.

Tal und Bergland von Vechigen gehörten zum Einflussbereich der Freiherren von Belp-Montenach, den sie nach 1298 an die Stadt Bern verloren. Von da an zählte Vechigen als eines der vier Kirchspiele zum erweiterten Stadtbezirk und bis 1798 zum Stadtgericht, ohne die private Twingherrschaft Utzigen. Der Kirchensatz der 1275 erwähnten St.-Martins-Kirche gehörte im 14. Jahrhundert Berner Bürgern, unter anderem den von Blankenburg und den von Krauchthal. Er wurde 1368 dem Heiliggeistkloster in Bern vergabt und gelangte 1592 an das Niedere Spital Bern, das seine Rechte bis 1839 ausübte. Die Kirche wurde 1513/1514 neu gebaut, der Turm stammt von 1486. Im Umfang der Kirchgemeinde entstand 1834 die Einwohnergemeinde Vechigen mit den Viertelsgemeinden Vechigen, Sinneringen mit Boll und Dentenberg, Utzigen mit Lindental sowie Berg unter anderem mit Littewil und Radelfingen, denen kommunale Aufgaben wie Schule und Strassenbau oblagen, während die Gemeinde Vechigen das Finanz- und Steuerwesen versah. Nach 1950 wurden die an der Station Boll-Utzigen der 1913 eröffneten Worblentalbahn gelegenen Dörfer Boll und Sinneringen Teil der Agglomeration Bern. Bei starker Bautätigkeit nahm die Bevölkerung dort rasch zu, während die übrigen Gemeindebezirke ausser Utzigen stagnierten oder an Bewohnern einbüssten. Der Strukturwandel von der rein bäuerlichen zu einer Wohngemeinde zwang Vechigen 1966 zur Zentralisation der Verwaltung. Das Wohn- und Pflegeheim Utzigen dient seit den 1970er Jahren auch der Gemeinde Vechigen. Das Schulangebot umfasst Primarschule und Oberstufe mit der seit 1961 bestehenden Sekundarschule in fünf Schulhäusern.

Quellen und Literatur

  • P. Müller et al., Gesch. der Gem. Vechigen, 1995
  • M. Walter, Bauinventar der Gem. Vechigen, 2009
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Vechigen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.02.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000217/2013-02-21/, konsultiert am 23.06.2024.