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Wengi

Politische Gemeinde des Kantons Bern, Amtsbezirk Büren, Verwaltungskreis Seeland. Die Gemeinde liegt im oberen Limpachtal und umfasst neben dem Dorf Wengi die Weiler Scheunenberg, Waltwil und Janzenhaus. 1261-1263 Wengw, 1303 Wengi. 1764 323 Einwohner; 1850 744; 1900 588; 1950 563; 1980 466; 2000 552.

Neolithische Funde traten unter anderem im Wengimoos, römische Einzelfunde in der Äbeni sowie die früh- bis hochmittelalterliche Holzburg Guldige Hubel im Übererlenacher zutage. Das mittelalterliche Pfarr- und Zelgdorf Wengi und die Weiler Scheunenberg und Waltwil gehörten wie das benachbarte Grossaffoltern zum kyburgischen Hausgut und kamen durch Verkäufe an verschiedene Grundherren. Das Niedergericht Wengi, Teil der ab 1406 bernischen Landgrafschaft Burgund, lag bei der Berner Familie von Erlach, von der es ab 1416 über die von Gysenstein und von Lindnach 1501 an Bern und an die Vogtei Büren gelangte. Die frühmittelalterliche Marienkirche, deren erster Bau ins 8./9. Jahrhundert, der zweite ins 13. Jahrhundert datiert, war im Mittelalter Sitz des Dekans (1275 in decanatu Wengen). Sie wurde 1521 nach einem Brand als Saalkirche neu erbaut und St. Mauritius geweiht. Der Kirchensatz, ebenfalls im Besitz der Familie von Erlach, kam 1572 an Bern. Vom 18. Jahrhundert an, letztmals im Zweiten Weltkrieg, wurde im Wengimoos zu Heizzwecken Torf gestochen. Bei der Melioration des Limpachtals im Raum Wengi 1944-1951 (Kanalisierung des Limpachs, Entwässerung, Güterzusammenlegung und Wegbau) erschwerte die massive Torfschicht den Kanalbau. Die Gemeinde bewahrte zu Beginn des 21. Jahrhunderts ihren landwirtschaftlich-kleingewerblichen Charakter, wobei eine Mehrheit der Erwerbstätigen auswärts arbeitete, vor allem in der Agglomeration Bern (Postautokurse). 1963 wurden die Dorfgemeinden Wengi, Scheunenberg und Waltwil sowie die selbstständigen Schulgemeinden Ottiswil-Scheunenberg und Wengi-Waltwil aufgelöst und die Verwaltung sowie die politische Organisation zentralisiert. Seit 1961 ist das Wengimoos ein kantonales Naturschutzgebiet.

Quellen und Literatur

  • H. Stähli, Die Melioration des Limpachtales 1939-1951, 1953
  • U. Boos, Bauinventar der Gem. Wengi bei Büren, 2001

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Wengi", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.11.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000237/2014-11-11/, konsultiert am 13.06.2024.