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Hasle bei Burgdorf

Politische Gemeinde des Kantons Bern, Amtsbezirk Burgdorf. Die Gemeinde umfasst die Viertel (heute Schulbezirke) Dorf Hasle an der Emme, Goldbach, Schafhausen (mit Uetigen) sowie Biembach mit Weilern und Einzelhöfen im Bigen- und Biembachtal auf 570-900 m. 1254/55 Hasela. 1764 1411 Einwohner; 1850 2253; 1900 2390; 1950 2831; 2000 2948.

Spuren eines hochmittelalterlichen Erdwerks wurden auf der Heidenfluh, Reste des spätmittelalterlichen Höhenwegs von Bern ins Emmental bei Gomerkinden entdeckt. 894 wird eine Schenkung der edlen Frau Pirin an das Kloster St. Gallen bestätigt, die aus Gütern in Uetigen (Utingun), Gomerkinden (Comirichingun), Ried (Riete) und Bigel (Pigiluna) bestand. Im Spätmittelalter gehörte Hasle zum emmentalischen Landgericht Ranflüh, ab 1431 auch zum Ausburgerbezirk der Stadt Burgdorf. Vor 1525 teilte Bern das Niedergericht Hasle, das die Stadt vermutlich 1383/1384 aus kyburgischem Besitz erworben hatte, vom Emmental ans Schultheissenamt Burgdorf um (hoch- und niedergerichtlich). Das obere Viertel Hasle blieb nach Trachselwald militär- und steuerpflichtig (1526). Gemäss dem 1533 kodifizierten Hasler Twingrecht fand der Landtag bei Totschlag in Hasle statt. Die Kirche Hasle (1254/1255 bezeugt, mittelalterlicher Bau 1678-1680 erweitert) war 1275 mit den Kirchen Hellsau und Kappelen (Wynigen) in einer Hand. Der Kirchensatz gelangte um 1427 von den Herren von Buchsee an die Abtei Trub und 1528 an Bern. 1539 wurde der Kirche neu Gomerkinden zugeteilt, das vorher zum oberen Drittel der Kirchgemeinde Oberburg gehört hatte. Noch im 16. Jahrhundert waren Hasle, Gomerkinden, Bigel, Schafhausen sowie Uetigen Zelgdörfer. Die drei letzten hatten ihre gemeinsame Allmend im Bigelberg (1541 Teilungsverbot, reglementierte Weide- und Holznutzung), Hasle, Riffershüsern, Rüti und Uetigen dagegen im Eichholz (1509 und 1542). Die Allmend im Emmenschachen, die Hasle, Oberburg und Burgdorf zusammen nutzten, führte zu Streit und wurde 1700-1704 geteilt; damals entstanden die heutigen Gemeindegrenzen. Die Bauern von Hasle erhielten Weiden im Witschachen, die Tauner im Moos. 1763 wurde die Emmenbrücke gebaut. Rings um den Brückenkopf siedelten sich Ende des 19. Jahrhunderts eine Brauerei, eine Hutfabrik (1856) und eine Weberei (1876) an; heute liegen dort ein Betrieb, der Industriebedarf herstellt, eine Parkettfabrik sowie ein Kiesabbau, aber auch seit 1881 die Station Hasle-Rüegsau der Emmentalbahn und seit 1918 die gemeinsame Sekundarschule. Die gewerbereichen Siedlungen Hasle bei Burgdorf und Rüegsauschachen arbeiten im kommunalen, wirtschaftlichen und schulisch-kulturellen Bereich zusammen. Die Hügelregion blieb weitgehend Landwirtschaftszone.

Quellen und Literatur

  • Heimatbuch des Amtes Burgdorf und der Kirchgem. Utzenstorf und Bätterkinden, 2 Bde., 1930-38
  • W. Laedrach, Aus der Vergangenheit von Hasle-Rüegsau, 1943
  • F. Häusler, Das Emmental im Staate Bern bis 1798, 2 Bde., 1958-68
  • A.-M. Dubler, «Adels- und Stadtherrschaft im Emmental», in AHVB 90, 2013, 33-96
  • H.: Ortsgesch., 1995
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Hasle bei Burgdorf", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.01.2018. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000243/2018-01-18/, konsultiert am 25.02.2024.