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LaHeutte

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Bern, Verwaltungskreis Berner Jura, in einer Talenge auf dem Weg von Biel nach Tavannes über die Pierre Pertuis an der ehemaligen Römerstrasse Augusta Raurica-Petinesca gelegen. 2015 mit Péry zur neuen Gemeinde Péry-La Heutte fusioniert. 1393 Hütte, 1727 La Heutte. 1850 271 Einwohner; 1900 400; 1950 344; 1970 486; 1980 431; 2000 488; 2010 483; 2014 498.

La Heutte: Situationskarte 2014 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
La Heutte: Situationskarte 2014 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

In einem Lehnsbrief der Familie d'Orsans von 1370 wird Zur Hütte erstmals erwähnt. Es ist auch von einer Glashütte in Le Van, nördlich des heutigen Dorfes, die Rede, welche vermutlich den Ursprung des Dorfes bildete und mehrere Jahrzehnte in Betrieb war. Ende des 16. Jahrhunderts gründeten Glasmacher aus Solothurn und Böhmen, die von der aufgehobenen Glashütte Gänsbrunnen kamen, drei neue Betriebe, alle als Lehen des Fürstbischofs von Basel: Graben (1594) und Steinerberg (1599) auf dem angrenzenden Gebiet von Sonceboz sowie Porte des Enfers (um 1609) in La Heutte. Nachfolgehütten entstanden 1633 bei Le Van und 1648 bei Péry (La Verrière). 1657 hob der Fürstbischof von Basel diese letzte Glashütte auf und liess den Holzschlag dem neuen Eisenwerk La Reuchenette zukommen. La Heutte gehörte zur Herrschaft Erguel (Fürstbistum Basel). Wie La Reuchenette unterstand das Dorf dem Meieramt Péry. 1530 setzte Biel in der Kirchgemeinde Péry, nach der La Heutte heute noch kirchgenössig ist, die Reformation durch. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts kam es zu häufigen Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Meieramt und der Stadt Biel, die ihren Machtbereich auszudehnen suchte. 1650-1750 entstand der untere Dorfteil von La Heutte, in dem sich eine prosperierende Töpferei und eine grosse, an der Schüss gelegene Mühle befanden. Ab dem 17. Jahrhundert ist eine Bürgergemeinde nachweisbar; die Munizipalgemeinde datiert von 1798. 1831-2009 war La Heutte Teil des Amtsbezirks Courtelary. Eine erste Schule wurde 1839 errichtet, der Bahnhof 1876. Letzterer begünstigte die Ansiedlung der Uhrenindustrie im Dorf, darunter ab 1878 die Uhrenfabrik Amann & Béguelin auf dem Grundstück der Mühle Bendit; ihre Nachfolger waren 1895 die Urania Watch Co. und 1938 die Drahtzieherei Weber. Während der Hochkonjunktur 1950-1974 existierten ausserdem zahlreiche kleinere Uhrmacherwerkstätten in La Heutte. 1917-1936 war auch eine Kalk- und Zementfabrik in Betrieb. Mit der Eröffnung des Autobahnstücks A16 nach Biel 1985 wandelte sich La Heutte zu einer Schlafsiedlung. 1995 stiess man auf rund ein Dutzend Spuren von dreizehigen Dinosauriern.

Quellen und Literatur

  • Trösch, Kurt: Si La Heutte m'était conté, 1987.
  • Romy, Bernard: Le meunier, l'horloger et l'électricien. Les usiniers de la Suze, 1750-1950, 2004, S. 122-125.
Von der Redaktion ergänzt
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1393: Hütte
1727: La Heutte

Zitiervorschlag

Beuchat-Bessire, Anne: "Heutte, La", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.11.2021, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000267/2021-11-09/, konsultiert am 29.01.2022.