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Péry

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Bern, Verwaltungskreis Berner Jura, 2015 mit La Heutte zur Gemeinde Péry-La Heutte fusioniert. Péry liegt am östlichen Ende des Tals von Saint-Imier und umfasste Rondchâtel sowie La Reuchenette. 884 villam Bedericam, 1148 Peril (Fälschung Ende des 12. Jh.), deutsch früher Büderich. 1453 14 Haushalte; 1813 310 Einwohner; 1850 560; 1900 983; 1950 1124; 1970 1486; 2000 1335; 2010 1340; 2014 1354.

Péry: Situationskarte 2014 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.
Péry: Situationskarte 2014 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.

Péry zählte 884 gemäss einer Urkunde Karls des Dicken zu den Besitzungen der Abtei Moutier-Grandval, mit der es 999 unter die Herrschaft des Bischofs von Basel gelangte. Die Burg Châtillon, heute Ruine, diente den Herren von Péry als Sitz. Der Ort war bis 1797 Teil der Vogtei oder Herrschaft Erguel und gehörte dann unter dem französischen Regime zu den Departementen Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin, bevor er 1815 zum Kanton Bern kam (1831-2009 im Amtsbezirk Courtelary). Vom 14. Jahrhundert bis zum Franzoseneinfall übte Biel das Bannerrecht im Unteren Erguel aus. Unter dem Druck Biels wurde 1530 die Reformation eingeführt. Vauffelin gehörte 1798-1840 zur Kirchgemeinde Péry. Eine dem heiligen Jakobus geweihte Kirche ist 884 bezeugt; an gleicher Stelle entstand 1706 der heutige Bau unter Einbezug eines gotischen Kerns. 1906 wurde die katholische Kapelle errichtet. Der Fürstbischof von Basel, Johann Franz von Schönau, liess bei La Reuchenette einen Hochofen erstellen (Metallindustrie). Ab 1867 bestanden die Einwohnergemeinde und die Bürgergemeinde. Die 1874 eröffnete Bahnlinie Biel-Les Convers bewirkte einen industriellen und demografischen Aufschwung: Zum Wohlstand der Gegend trugen die Kalk- und Zementfabrik in Rondchâtel 1874, das Holzstoffwerk für die Papierfabrik Biberist 1882 und die Filiale der Zementfabrik R. Vigier von Luterbach in La Reuchenette (später Ciments Vigier SA; Robert Vigier von Steinbrugg) bei. Der Uhrenhersteller Dreyfus Frères SA aus Biel eröffnete 1903 in Péry einen Zweigbetrieb, die Péry Watch, welcher die Krise von 1930 nicht überlebte und 1934 in eine Farbbandfabrik für Schreibmaschinen, Matrizen und Kohlepapier unter dem Namen Carfa SA umgewandelt wurde (2003 geschlossen). 2005 zählten 54% der Arbeitsplätze in Péry zum 2. Sektor.

Quellen und Literatur

  • Luterbacher, Joseph: Péry. Vue à travers les siècles, 1984.
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
884: villam Bedericam
1148: Peril (Fälschung Ende des 12. Jh.)
Endonyme/Exonyme
Büderich (deutsch nicht mehr gebräuchlich)
Péry (französisch)

Zitiervorschlag

Christine Gagnebin-Diacon: "Péry", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.04.2023, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000270/2023-04-20/, konsultiert am 25.04.2024.