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KonolfingenGemeinde

Politische Gemeinde des Kantons Bern, Amtsbezirk Konolfingen. Die Gemeinde am Hürnberg über dem Kiesental entstand 1933 durch die Vereinigung der politischen Gemeinden Gysenstein und Stalden im Emmental. Sie umfasst den neuen Dorfkern Konolfingen am Verkehrskreuz als Verbindung zwischen den alten Dörfern Konolfingen-Dorf und Stalden, die Bauerndörfchen und Weiler Gysenstein, Herolfingen, Hürnberg, Ursellen, Ballenbüel und Hötschigen sowie Einzelhöfe. 1148 Chonolfingen. 1941 3343 Einwohner; 1950 3656; 2000 4606.

Das Zelgdorf Konolfingen war bis 1798 das Zentrum des kyburgischen, ab 1406 bernischen Landgerichts Konolfingen mit Versammlungs- und Richtstätte. Weil in Konolfingen Amtsgebäude fehlten, wurde 1814 Schlosswil Amtssitz des Oberamts Konolfingen. Der Niedergerichtsbezirk Konolfingen, einst Teil der Herrschaft Münsingen, kam durch Donationen der Herren von Krauchthal 1397 bzw. 1424 ans Kloster Thorberg und nach dessen Säkularisation 1528 zur bernischen Landvogtei Thorberg und bildete mit Walkringen ein einziges Gericht. Das Dorf Konolfingen zählte zum Gysensteinviertel der Kirchgemeinde Münsingen. Kraft dieser Zugehörigkeit wurde Konolfingen nach 1833 eine der vier Ortsgemeinden (und Schulgemeinden) der Einwohnergemeinde Gysenstein.

Der alte Dorfkern (Konolfingen-Dorf) liegt am Hang an der sogenannten Hohsträss, die den "Landstuhl" (Gerichtsstätte), die Richtstätte und die Kapelle Ursellen verband. Der moorige Talboden mit dem Kiesenbach wurde von den Anstössern Konolfingen, Stalden, Niederhünigen und Ursellen als Weideland genutzt. Nach Marchzwisten, unter anderem 1580, wurden die Moore 1636 auf die Gemeinde und wohl gleich auf die Höfe aufgeteilt. Erst die Entsumpfung des Talbodens (Drainage und Kiesenkorrektion) 1845-1855 und 1911-1915 öffnete diesen dem Verkehr: In Etappen entstanden 1851-1856 die Strassenzüge Aaretal-Emmental und Burgdorf-Thun mit dem Schnittpunkt im ehemaligen Moos der Gemeinde Stalden beim neuen Wirtshaus Kreuz (Kreuzstrasse). In diesem Raum zwischen Konolfingen und Stalden wurde 1864 der Bahnhof der Linien Bern-Langnau (1864) und Burgdorf-Thun (1899) errichtet. Dank der guten Verkehrssituation liess sich hier 1892 die Berneralpen Milchgesellschaft nieder. Sie löste den raschen Siedlungsbau im Raum Fabrik-Bahnhof-Kreusstrasse aus und bewirkte den Zuzug weiterer Unternehmen wie Zuckerwaren-, Biskuit-, Seifen- und chemische Fabriken. Heute bestehen Apparatebau, Buchdruckereien, Baufirmen und Kleingewerbe.

1898 wurde die Filialkirche an der Kreuzstrasse gebaut. Die Trennung von der Kirchgemeinde Münsingen erfolgte 1911; die neue Kirchgemeinde Stalden wurde nach dem Entstehen der Einwohnergemeinde Konolfingen im Jahr 1933 nur ein Jahr später in Konolfingen umbenannt. Ihr gehören auch Häutligen und Niederhünigen an. 1935 entstand die reformierte Filialkirche im Holz, 1967 die katholische Kirche im Inseli. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Konolfingen ein regionales Zentrum mit Industrie, Gewerbe, Dienstleistungsbetrieben sowie Standort der Sekundarschule (seit 1949).

Quellen und Literatur

  • H. Schmocker, Konolfingen, 1983
  • J.-P. Anderegg, Bauinventar der Gem. Konolfingen, [1990]
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Konolfingen (Gemeinde)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.08.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000360/2007-08-15/, konsultiert am 02.12.2022.