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Rubigen

Politische Gemeinde des Kantons Bern, Amtsbezirk Konolfingen, Verwaltungskreis Bern-Mittelland. Die Gemeinde im Aaretal umfasst das Dorf Rubigen, die Weiler Beitenwil, Kleinhöchstetten und Hunzigen sowie mehrere Einzelhöfe. Sie bestand bis 1992 aus den Viertelsgemeinden Rubigen, Allmendingen und Trimstein, die seit 1993 selbstständige Gemeinden bilden. 1267 Rubingen. 1764 693 Einwohner; 1850 1413; 1900 1466; 1950 1789; 1990 3169; 2000 2502.

Neolithische, bronze- und latènezeitliche Einzelfunde bei der Säge, im Dorf sowie in Beitenwil; latènezeitliche Gräber und ein eventuell römischer Sodbrunnen im Riedacker; frühmittelalterliches Gräberfeld im Dorf. Im Mittelalter war Rubigen im Rubigenviertel Teil der Herrschaft Münsingen. Diese hatte kurz nach 1278 im Gebiet des Neuhaus-/Hunzigenguts an der Aare eine Burg erstellt, deren Ruinen erst 1798 abgetragen wurden. Wohl im 15. Jahrhundert schied der Twing Rubigen aus dem Herrschaftsverband aus, leistete zwar noch gewisse Steuern, gehörte aber spätestens ab dem 16. Jahrhundert zum bernischen Stadtgericht im Landgericht Konolfingen. Im Zelgdorf Rubigen wurde neben Acker- auch etwas Weinbau betrieben. Wegen der Nähe zur Stadt entstanden patrizische Sommersitze: Anton von Rodt erbaute das Schloss Rubigen im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. Im Weiler Beitenwil (1328 Beitenwile), der vor 1473 vom Kloster Fraubrunnen an die Herrschaft Worb überging und mit Trimstein verwaltet wurde, liess Johann Rudolf Wurstemberger 1723 einen Landsitz errichten. Dieser beherbergte ab 1886 eine Armenanstalt und seit 1973 die sozialtherapeutische Werk- und Lebensgemeinschaft Humanus-Haus. Rubigen zählte zur Pfarrei Münsingen, der auch die ehemalige Wallfahrtskirche in Kleinhöchstetten unterstand. Anfang des 21. Jahrhunderts bildete Rubigen einen eigenen Pfarrkreis in der Kirchgemeinde Münsingen. Im Kirchspiel Münsingen teilte sich der Rubigenviertel bis 1798 in einen unteren (Allmendingen, Rubigen) und oberen (Trimstein-Eichi) Armensteuerbezirk. 1834 schlossen sich die drei Schulgemeinden – erst 1969 wurde die Bezeichnung Viertelsgemeinde eingeführt – Rubigen, Allmendingen und Trimstein zur politischen Gemeinde Rubigen zusammen. Die Aarekorrektion (1824-1831) erlaubte die Sanierung der Verkehrswege. Die Hunzigenbrücke ersetzte 1836 Fähren bei Kleinhöchstetten und Münsingen. Ein eigentlicher Entwicklungsschub setzte trotz guter Verkehrslage an der Landstrasse und der Bahnlinie Bern-Thun (1859) erst in den 1960er Jahren ein; ab 1970 entstanden in rascher Folge mehrere neue Quartiere. Die 1973 fertiggestellte Autobahn A6 mit Ausfahrt bei Hunzigen durchschneidet die Giessen und Auen, in denen ein Naturschutzgebiet eingerichtet wurde. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts dominierten Gewerbe, vor allem im Dienstleistungssektor, und Kleingewerbe die örtliche Wirtschaft. Viele Erwerbstätige pendelten in die Agglomerationen Bern und Thun.

Quellen und Literatur

  • SSRQ BE II/4, (Einleitung)
  • M. Hasler et al., Rubigen, 2001
  • R. Walker, Bauinventar der Gem. Rubigen, 2004

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Rubigen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.11.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000371/2010-11-17/, konsultiert am 10.12.2022.