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Clavaleyres

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Bern, Verwaltungskreis Bern-Mittelland, südlich des Murtensees gelegen, 1807-2021 deutschsprachige bernische Enklave im Kanton Freiburg, dem sie infolge der Eingemeindung mit Galmiz und Gempenach in Murten, Seebezirk, 2022 angegliedert wurde. Clavaleyres befand sich im Grenzgebiet der Kantone Freiburg und Waadt und bestand aus dem gleichnamigen Dorf sowie einigen Höfen. 1495 Klafalery. 1764 31 Einwohner; 1850 99; 1880 118; 1900 102; 1950 72; 2000 53; 2010 48; 2020 51; 2021 51.

Clavaleyres: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.
Clavaleyres: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS. […]

Frühe Zeugnisse menschlicher Präsenz sind Bronzeringe und Bronzefragmente der Latènezeit, römische Siedlungsreste und womöglich ein römischer Gutshof im Hubel. Im Mittelalter gehörte der Hof Clavaleyres zur Klosterherrschaft Münchenwiler, deren politische Entwicklung und kirchliche Zuteilung zu Murten er ab 1484 teilte. Kurz vor der Reformation wurde Clavaleyres 1527 bernisch und 1535 Teil der bernburgerlichen Herrschaft Münchenwiler. Durch Hofteilungen entstand bis ins 18. Jahrhundert ein «Dörflein». Clavaleyres kam 1798 zu Freiburg und 1807 zum Kanton Bern, wo es 1807-2009 zum Amtsbezirk Laupen sowie 2010-2021 zum Verwaltungskreis Bern-Mittelland gehörte. Die Einwohner des bäuerlichen Orts schickten ihre Kinder nach Münchenwiler zur Schule. Versuche zur Vereinigung der bernischen Exklaven Clavaleyres und Münchenwiler scheiterten 1895 erst an Clavaleyres und 2008 an Münchenwiler, worauf sich Clavaleyres um eine Eingemeindung in Murten bemühte.

Quellen und Literatur

Von der Redaktion ergänzt
  • Anderegg, Jean-Pierre: «Clavaleyres und sein Territorium. Eine alt-bernische Enklave wird (wieder) freiburgisch», in: Freiburger Geschichtsblätter, 98, 2021, S. 209-234.
Weblinks
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VIAF
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1495: Klafalery

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Clavaleyres", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.10.2022. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000391/2022-10-25/, konsultiert am 18.05.2024.