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Adligenswil

Politische Gemeinde LU, Amt Luzern, mit dem zwischen Dietschiberg und Dottenberg gelegenen Dorf Adligenswil sowie den Hofsiedlungen Dottenberg und Stuben. 1243 Adelgeswiler. Um 1695 252 Einwohner; 1798 433; 1850 608; 1888 540; 1900 575; 1950 712; 2000 5010.

Der Meierhof Adligenswil wurde 1291 durch das elsässische Kloster Murbach an Habsburg verkauft und 1395/1406 von Luzern erworben. Bis 1798 war Adligenswil Teil der Landvogtei Habsburg. Der Kirchensatz (Martinspatrozinium, 1257 erwähnt) samt Grosszehnt und Bodenzinsen gehörte stets zum Bauamt des Klosters bzw. Stifts Luzern. 1674 erhielt Adligenswil einen eigenen Vikar; 1861 wurde es zur selbstständigen Pfarrei. Die 1605 umgebaute Pfarrkirche erhielt durch den Neubau von 1825-1827 ihre heutige Gestalt. Die neugotische Kapelle St. Jost in Dottenberg wurde 1863 erbaut. Die Korporation Adligenswil bildete eine Geschlechtergenossenschaft mit fünf nutzungsberechtigten Familien. Die rechtlichen Verhältnisse des Hofs Adligenswil wurden durch ein Hofrecht aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts festgelegt. Eine darin erwähnte, später jedoch abgegangene Mühle wurde 1561 neu eingerichtet. In der landwirtschaftlichen Nutzung herrschte die Viehwirtschaft vor.

Nach 1970 wandelte sich Adligenswil von einem stark auf Viehwirtschaft und Obstbau ausgerichteten Dorf mit 57% der Beschäftigten (1965) im 1. Sektor zu einer Vorortsgemeinde der Stadt Luzern mit noch 8% Arbeitsplätzen im 1., aber 60% im 2. Sektor (1990). Die verbesserte verkehrstechnische Erschliessung (seit 1925 Postautolinie) durch den Einbezug Adligenswils in das Busnetz der Stadt Luzern (1976-1977) führte zur Ansiedlung von Gewerbe, Industrie (1976 Pressedruckzentrum Ringier) und Dienstleistungsbetrieben (1985 Marktforschungsinstitut DemoScope). Der Pendleranteil stieg auf 73% Weg- und 68% Zupendler (1990). In den 1970er Jahren war Adligenswil die am stärksten wachsende Gemeinde des Kantons. Es entstanden verschiedene neue Wohnquartiere um den alten Dorfkern und als Folge ein Oberstufen-Schulzentrum für den Schulkreis Adligenswil-Udligenswil (1980).

Quellen und Literatur

  • Kdm LU 1, 1946, 230-236
  • Beitr. zur Heimatkunde des Kt. Luzern 1, 1947
  • F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
Von der Redaktion ergänzt
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Stefan Jäggi: "Adligenswil", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.06.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000614/2009-06-23/, konsultiert am 19.08.2022.