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Alberswil

Politische Gemeinde des Kantons Luzern, Amt Willisau. Am westlichen Rand der Ebene des Wauwilermooses gelegenes Strassendorf. Zur nach Ettiswil pfarrgenössigen Gemeinde gehören auch Burg und Schloss Kasteln sowie der Weiler Burgrain. Um 1220 Alberswile. Um 1695 ca. 198 Einwohner; 1798 279; 1816 397; 1850 429; 1900 439; 1950 403; 2000 523.

Der Twing Alberswil teilte vom 14. Jahrhundert bis zum Ende des Ancien Régime das Schicksal der Herrschaft Kasteln. Südlich von Alberswil liegt der Weiler Burgrain mit der Kapelle St. Blasius auf einem markanten, freistehenden Hügel. Um 1306 wurde die Kapelle, möglicherweise eine Stiftung der lenzburgisch-kyburgischen Inhaber von Kasteln, als gotzhus ze Burgrein erstmals erwähnt. Das Patronat wurde 1330 vom Kloster Disentis an Königsfelden verkauft und kam 1333 tauschweise an Ägidius von Rubiswil. Ab 1340 finden sich Patronat, Vogtei und Güter bei den Freiherren von Grünenberg, deren Rechtsanspruch auf das frühe 13. Jahrhundert zurückzugehen scheint. 1384 vergabten sie das nun als ecclesia parochialis bezeichnete Gotteshaus an St. Urban, welches 1682 einen Neubau der Wallfahrtskapelle veranlasste.

Bereits um 1306 sind in Alberswil eine Mühle und eine Stampfe nachweisbar. Im 17./18. Jahrhundert entstand eine grössere Handelsmühle, die im 19. Jahrhundert als Kunstmühle, bis zur Verlegung nach Malters 1882, überregionale Bedeutung gewann. Auf der Widumshofstatt von Burgrain stand vom 15. Jahrhundert an eine Mühle, die 1897-1898 von der Ziegelei Gettnau zur Elektrizitätserzeugung umgebaut wurde. Auf dem Gutsbetrieb wurde die Armenanstalt bzw. das Bürgerasyl von Alberswil und Ettiswil errichtet (1873-1962), deren Kosten Alberswil 1884 in den Konkurs und zur drohenden Auflösung der Gemeinde führten. 1888-1898 stand Alberswil unter Kuratel. 1962 pachtete die Landwirtschaftsschule Willisau den Hof Burgrain, der seit 1974 das Schweizerische Landwirtschaftsmuseum beherbergt. Noch 1990 dominierte der Agrarsektor mit 46% der Arbeitsplätze gegenüber 37% im 3. und 17% im 2. Sektor. 62% der Erwerbstätigen arbeiteten auswärts.

Quellen und Literatur

  • Kdm LU 5, 1959, 6-17
  • Heimatkunde des Wiggertales 30, 1972, 47-59
  • F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, 128 f.
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Waltraud Hörsch: "Alberswil", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.06.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000660/2009-06-25/, konsultiert am 28.01.2023.