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Langnau bei Reiden

Ehemalige politische Gemeinde LU, Amt bzw. Wahlkreis Willisau, seit 2006 mit Richenthal Teil der Gemeinde Reiden. Dorf im Wiggertal mit dem Weiler Mehlsecken. Um 900 Langunouva. 1695 ca. 680 Einw.; 1798 808; 1837 1'244; 1850 1'168; 1900 826; 1950 1'145; 1980 996; 2000 1'206. Burgstelle Ottenstein im Wald ob Mehlsecken. Die Lenzburger schenkten den Hof L. vor 1036 dem Stift Beromünster. Diesem gehörte L. mit Richenthal und Mehlsecken grundherrschaftlich und niedergerichtlich bis 1478, als die Freien von Stadt und Grafschaft Willisau die grundherrschaftl. Rechte erwarben, während die niedere Gerichtsbarkeit an Luzern gelangte. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der 1407 durch Luzern käuflich erworbenen Grafschaft Willisau. Kirchgenössig war L. nach Richenthal; nach der Gründung der Johanniterkomturei Reiden (vor 1284) kamen Mehlsecken und der untere Teil des Dorfes zur Pfarrei Reiden. L. erhielt 1599 eine eigene Kapelle (Marienpatrozinium, Ausbau 1669, Sprengung 1975) und 1972 eine Pfarrkirche. Selbstständige Pfarrei wurde L. 1948, Kirchgemeinde aber erst 1973. L.s Twingrecht wurde früh fixiert (1420). Als Nachfolger existieren bis heute die zwei Realkorporationen L. und Mehlsecken. Die Bürgergemeinde ging 1991 in der Einwohnergemeinde auf. Zum Steuerbrief L. gehörten auch Richenthal (bis 1846) und Mehlsecken. 1856 wurde das als Polizeigemeinde vorher selbstständige Mehlsecken in die Gemeinde L. eingegliedert. Das ma. Zelgensystem (Ober- und Unterfeld im Wiggertal, drittes Feld im Altenthal und am Weierbach) wurde gegen 1600 durch private Wässerwiesen und -matten zurückgedrängt. 1998-99 wurde die Güterzusammenlegung abgeschlossen und das eidg. Grundbuch eingeführt. Die bedeutende Mühle in Mehlsecken wird 965 erstmals erwähnt. Die 1903 dort entstandene Webfabrik brannte 1929 ab. Wiederholt wurden Wigger (1498, 1977, 1991) und Dorfbach (1922, 2001) korrigiert. Seit 1856 ist L. (Station in Reiden) an das nationale Eisenbahn-, seit 1980 auch an das Nationalstrassennetz angeschlossen (A2 mit Ausfahrt in Mehlsecken). Lange Zeit erhielt sich L. den Charakter eines Bauerndorfs mit hoher Steuerbelastung und wenig Industrie. Ende der 1990er Jahre verstärkte sich die Tendenz zur Pendlergemeinde, da mehrere Überbauungen realisiert wurden.

Quellen und Literatur

  • SSRQ LU II/2/1, 243
  • M. Huber, Langnau im Wiggertal, 1996