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Betschwanden

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Glarus, bildet seit 2011 mit Braunwald, Elm, Engi, Haslen, Linthal, Luchsingen, Matt, Mitlödi, Rüti, Schwanden, Schwändi und Sool die neue Gemeinde Glarus Süd. Auf der rechten Talseite des Grosstals mit Dorfkern auf dem Schuttkegel des Diesbachs. 1240 in Beswando. 1692 123 Einwohner; 1850 254; 1900 255; 1950 282; 1980 132; 2000 172; 2010 182.

Betschwanden: Situationskarte 2010 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Betschwanden: Situationskarte 2010 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Betschwanden war bis 1395 dem Kloster Säckingen abgabepflichtig und ursprünglich nach Glarus kirchgenössig. Die im 14. Jahrhundert im romanischen Stil errichtete und mehrmals umgebaute Kirche wurde 1779-1780 gegen Hochwasser geschützt, erhielt 1915 Jugendstil- und Neubarock-Elemente und wurde 1975-1977 restauriert (2001 Aussenrenovation). Mit Hätzingen, Diesbach und Rüti bildet Betschwanden eine seit 1528 reformierte Pfarrgemeinde, in welcher unter anderen 1532-1555 der Reformator Fridolin Brunner und 1866-1906 Gottfried Heer wirkten und zu der bis 1942 auch Braunwald gehörte. Land- und Alpwirtschaft (Alp Vorder Sand, Linthal, schon vor 1800 im Besitz des Tagwen) war bis ins 19. Jahrhundert wichtigste Einnahmequelle. Die 1778 erbaute Mühle am Diesbach ist zum Gästehaus der Kirchgemeinde geworden. Aus einer 1843 eröffneten Spinnerei wurde 1910 ein Lagerhaus, aus diesem 1982 ein Textilchemiebetrieb. 1727 erhielt der Pfarrkreis Betschwanden eine Schule. Das 1844 erstellte Schulhaus diente den Oberschülern von Luchsingen bis Rüti, die Primarschule wurde in Diesbach besucht. 1984-2004 bildete Betschwanden mit Rüti und Diesbach, seither mit Rüti und Linthal einen Primarschulkreis; es ist zudem Teil des Oberstufenschulkreises Linthal bis Luchsingen. 1879 erhielt Betschwanden Anschluss an das Netz der Schweizerischen Nordostbahn. 1978 wurde ein regionales Notschlachthaus eröffnet. Eine Umfahrung hat 1989 das Ortsbild bei der Kirche verändert. 1990 waren 67% der Erwerbstätigen Wegpendler, 17 der 27 in Betschwanden Beschäftigten arbeiteten im 3. Sektor.

Quellen und Literatur

  • J. Davatz, «Die ref. Kirche Betschwanden», in UKdm 29, 1978, 91-100

Zitiervorschlag

Karin Marti-Weissenbach: "Betschwanden", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.11.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000758/2020-11-19/, konsultiert am 19.05.2024.