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Luchsingen

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Glarus, bildet seit 2011 mit Betschwanden, Braunwald, Elm, Engi, Haslen, Linthal, Matt, Mitlödi, Rüti, Schwanden, Schwändi und Sool die neue Gemeinde Glarus Süd. Sie umfasste das Dorf Luchsingen mit dem Weiler Adlenbach und der Ferienhaussiedlung Schlatt sowie ab 2004 auch Hätzingen und Diesbach. Mit Nidfurn und Leuggelbach bildete Luchsingen den Eschentagwen. 1274 Luchsingen. 1850 652 Einwohner; 1900 789; 1950 768; 2000 592; 2003 572; 2004 1136; 2010 1119.

Luchsingen: Situationskarte 2010 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Luchsingen: Situationskarte 2010 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Bis 1395 war Luchsingen gegenüber dem Kloster Säckingen abgabenpflichtig. Mit den Nachbardörfern bestand eine 1496 erstmals erwähnte Holzgenossenschaft. 1735 und 1882 kam es zu Waldteilungen. Luchsingen war erst nach Glarus, ab 1349 nach Schwanden kirchgenössig, Adlenbach vom 14. Jahrhundert bis 1868 nach Betschwanden. 1528 wurde Luchsingen mehrheitlich reformiert, ab 1752 besass es eine eigene Kirche. Im 16. und 17. Jahrhundert gab es in der Bächibachschlucht ein Heilbad. Im 18. Jahrhundert bildete die Handspinnerei den Haupterwerbszweig. Die im 19. Jahrhundert eingeführten Industriebetriebe, die Spinnerei und Weberei Jenny (1828/1843-1938) sowie die Kartonfabrik Tschudi (1880-1966), gingen in der Mitte des 20. Jahrhunderts ein. 1937 wurde die katholische Kirche, 1841 das Primar- und 1975 das Realschulhaus erbaut. Adlenbachs Holzhäuser stehen seit 1972 unter Denkmalschutz.

Quellen und Literatur

  • G. Heer, «Luchsingen und der Eschentagwen», in JbGL 27, 1892, 8-57
  • H. Blumer, Heimatkunde von Luchsingen, 21945

Zitiervorschlag

Karin Marti-Weissenbach: "Luchsingen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.11.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000771/2020-11-19/, konsultiert am 14.07.2024.