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Corminbœuf

Politische Gemeinde der Gemeinde Freiburg, Saanebezirk, seit 2017 mit Chésopelloz. 1142 Cormenbo, im 15. und 16. Jahrhundert Sankt Görg (St. Georg). 1831 wurde die unabhängige Gemeinde Nonan in Corminbœuf eingegliedert. 1811 226 Einwohner; 1850 335; 1900 414; 1950 468; 1960 413; 2000 1621.

Von der Frühgeschichte bis zum Hochmittelalter

Das grosse Hügelgrab aus der Hallstattzeit, fotografiert während der Ausgrabungen im Bois Murat 1909 (Amt für Archäologie des Kantons Freiburg).
Das grosse Hügelgrab aus der Hallstattzeit, fotografiert während der Ausgrabungen im Bois Murat 1909 (Amt für Archäologie des Kantons Freiburg).

Die bedeutendste archäologische Entdeckung von Corminbœuf ist ein grosses Hügelgrab aus der Hallstattzeit, das auf einem kleinen Plateau im Bois Murat 1909 bei Bauarbeiten entdeckt wurde. Der freigelegte Hügel bestand aus grossen, dicht zusammengefügten Kieselsteinen, die ein Oval von 15,8 x 19,2 m bildeten, das von einem Erdhaufen bedeckt war. Das Fundgut bestand aus 19 Tellern aus Bronzeblech und einem Bein aus massiver Bronze. Henri Breuil hielt dieses für das Bein einer Statuette im Mittelmeerstil (Sardinien oder Norditalien), heute aber wird es als Fuss eines Bronze-Behälters angesehen. Im Grab wurden noch weitere Bronze- und Eisenfragmente sowie Spuren von verwesenen Behältnissen aus Holz oder Ton gefunden. Nach den Beschreibungen der Archäologen handelt es sich dabei um die Überreste einer bereits geplünderten Grabstätte. Die Bedeutung des auf etwa 550-520 v. Chr. datierten Hügelgrabs ist im politischen, geografischen und wirtschaftlichen Kontext der zweiten Hälfte des 6. vorchristlichen Jahrhunderts zu sehen. Diese Zeit war von einem Aufschwung ohne Gleichen im Handel zwischen dem Mittelmeerraum und dem keltischen Gebiet nördlich der Alpen geprägt. Eine der bekannten Strassen durchquerte das Schweizer Mittelland saaneaufwärts. Die besagte Grabstätte könnte mit der Höhensiedlung Châtillon-sur-Glâne in Zusammenhang stehen, die in 2,4 km Entfernung am Zusammenfluss von Glane und Saane liegt.

Luftbild des Plateaus von Nonan aus dem Jahr 1989. Ganz rechts im Bild die Spuren der römischen Villa (Amt für Archäologie des Kantons Freiburg).
Luftbild des Plateaus von Nonan aus dem Jahr 1989. Ganz rechts im Bild die Spuren der römischen Villa (Amt für Archäologie des Kantons Freiburg).

Eine Luftaufnahme von 1989 lässt den Grundriss einer grosszügigen Villa am Rande des Plateaus von Nonan an der Römerstrasse von Villars-sur-Glâne nach Payerne erkennen. An dieser Stätte, die seit 1869 bekannt war, kamen bei Erdarbeiten und beim Pflügen Leistenziegelstücke, Mosaikteile, Architekturfragmente, eine Säule und Inschriften auf weissem Kalk sowie Scherben aus Keramik und von einer spanischen Amphore zum Vorschein. Die Fundstücke sind auf das 1. und 3. Jahrhundert n.Chr. datiert. Funde aus früh- und hochmittelalterlicher Zeit liegen bis heute nicht vor.

Vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert

Das Spital von Freiburg erwarb im Gebiet von Corminbœuf ab dem 13. Jahrhundert Land, u.a. 1250 das Dorf Nonan. 1442 wurde Corminbœuf zur Alten Landschaft (Spitalpanner) geschlagen, 1798-1848 gehörte es zum Bezirk Freiburg. 1767 teilten Nonan und Corminbœuf den grossen Sumpf unter sich auf, der um 1850 entwässert wurde. Herrenhäuser: de Weck am Bugnon (17. Jh.), de Schaller, de Reynold in Nonan (beide 18. Jh.). Corminbœuf gehört zur Pfarrei Belfaux; 1354 wird eine romanische, dem heiligen Georg geweihte Kapelle erwähnt. Von 1960 an entwickelte sich Corminbœuf zur Wohngemeinde und gehört seit 1969 dem Konsortium der neuen Industriezone des Grossraums Freiburg an. 1967 wurde ein neues Schulhaus gebaut. Verteilzentrale des Office du Livre (1990). Pendlerverkehr in den Grossraum Freiburg (2000 rund 80% der Erwerbsbevölkerung).

Quellen und Literatur

  • H. Breuil, «Un tumulus hallstattien au Bois Murat près Matran ...», in ASA 12, 1910, 169-181
  • N. Peissard, Carte archéologique du canton de Fribourg, 1941, 42
  • J.-C. Simonet, Corminbœuf, Ms., 1981
  • C. Buchiller, «Le tumulus du Bois Murat et son matériel ...», in Die Welt der Etrusker, hg. von H. Heres, M. Kunze, 1990, 155-163
  • J. Curty, Corminbœuf, Ms., 1990
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Denis Ramseyer; Marianne Rolle: "Corminbœuf", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.12.2017, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000942/2017-12-22/, konsultiert am 03.12.2023.