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Treyvaux

Politische Gemeinde des Kantons Freiburg, Saanebezirk, am rechten Saaneufer gelegen. 1163/1166 Tribus Vallibus, deutsch früher Treffels. 1417 70 Haushalte (Kirchgemeinde); 1811 666 Einwohner; 1850 868; 1900 1063; 1950 1044; 1980 937; 2000 1248.

Keramikscherben aus dem Neolithikum, Münzen aus der Zeit Kaiser Valentinians I. Im Mittelalter gehörte Treyvaux zur Herrschaft Arconciel-Illens. Die Treyvaux (12.-15. Jahrhundert) waren Ministeriale der Herren von Arconciel. 1475 wurde es von Bern und Freiburg erobert. Ab 1484 gehörte der Ort zur freiburgischen Vogtei Illens, ab 1798 zum Distrikt La Roche und 1803-1848 zum Bezirk Freiburg. Die ersten Gemeindestatuten datieren von 1610, die politische Gemeinde entstand 1832. Mit Essert bildete Treyvaux sehr früh eine Pfarrei. Die erste, St. Peter geweihte Pfarrkirche mit einem Kruzifix aus dem 12. Jahrhundert, steht auf Grundmauern des 7. Jahrhunderts auf einer durch eine Flussschlaufe der Saane gebildeten Halbinsel. 1994 stiess man dort auf 600 Skelette. 1173 übertrug Bischof Landri de Durnes die Kirche dem Kloster Hauterive, 1512 wurde sie dem Kapitel St. Niklaus in Freiburg inkorporiert. Die Marienkapelle im Dorf wurde vor 1291 zur Pfarrkirche. Sie brannte zwischen 1468 und 1470 nieder und wurde wiederaufgebaut, später aber durch einen 1635 eingeweihten Bau ersetzt. Die heutige Pfarrkirche Peter und Paul stammt von 1873. Das Bauerndorf, das wenig Gewerbe (Sägerei) aufweist, hatte ab 1890 zwei Viehzuchtgenossenschaften für Schwarz- sowie Rotfleckvieh und betrieb ab 1899 mit Arconciel eine landwirtschaftliche Genossenschaft. Die Strasse, die für den Bau der Staumauer von Rossens (1948) erstellt worden war, verband Treyvaux ab 1981 mit der A12. Seit 1968 ist Treyvaux Sitz des schweizerischen Zentrums der Bewegung Vierte Welt.

Quellen und Literatur

  • A.A. Schmid, «Zum Torso eines Kruzifixes aus Treyvaux im Museum von Freiburg», in Fs. Heinrich Lützeler, 1962, 377-399
  • J. Jenny, Notice historique sur la paroisse de Treyvaux-Essert à l'occasion du centenaire de l'église paroissiale, 1873-1973, 1973
  • J. Bujard, «Treyvaux: chapelle St-Pierre et St-Paul», in Archéologie fribourgeoise, 1994, 93-102
  • «Treyvaux et le barrage», in Chroniques treyvaliennes 19, 1998, 53-63
  • Y. Lehnherr, «Le Christ de Treyvaux (XIIe siècle)», in Fichen des Museums für Kunst und Gesch. Freiburg, 2002
  • J.-P. Bielmann, Christus: la vie quotidienne d'une famille de paysans fribourgeois sous l'Ancien Régime, 2007

Zitiervorschlag

Marianne Rolle: "Treyvaux", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.11.2011, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000979/2011-11-15/, konsultiert am 23.04.2024.