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Stüsslingen

Politische Gemeinde des Kantons Solothurn, Bezirk Gösgen, bestehend aus dem gleichnamigen Bachzeilendorf auf dem Vorgelände der Rebenflue und Gugenkette sowie dem 2021 eingemeindeten Rohr. 1226 Stuzelingen. 1739 315 Einwohner; 1804 535; 1850 649; 1900 565; 1950 638; 2000 945; 2010 1002; 2020 1129.

Stüsslingen: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
Stüsslingen: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

Die hohe Gerichtsbarkeit wurde durch die Habsburger, die Herren von Gösgen, die Grafen von Nidau und die Küngsteiner ausgeübt. 1458 kam Stüsslingen durch Kauf an Solothurn. 1540-1548 und 1575-1583 besass das Dorf eine eigene Zollstätte. Die 1323 erwähnte Kirche St. Peter und Paul wurde 1631-1635 neu errichtet, 1949 als Kirche aufgegeben und durch die 1948 gebaute Pfarrkirche St. Peter ersetzt. Seither dient die alte Kirche als Abdankungsraum. Der Kirchensatz lag ab 1323 bei der Familie Stieber von Aarau, ab 1343 bei den Johannitern zu Biberstein, ab 1535 bei Bern und 1541-1874 beim Stift Schönenwerd. Zur Pfarrei gehörten Rohr und Niedergösgen, Letzteres löste sich 1838 ab. Die Reformierten von Stüsslingen sind der Kirchgemeinde Schönenwerd zugeteilt und bilden mit Niedergösgen und Rohr einen Pfarrkreis, besitzen aber ein eigenes Kirchgemeindehaus. Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden die Kleinbauern und Taglöhner von Stüsslingen in den Ballyfabriken Schönenwerd Arbeit. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs der Anteil derjenigen, die ihrer Erwerbstätigkeit ausserhalb der Gemeinde nachgingen, stetig.

Quellen und Literatur

  • Guldimann, Anton: «Aus der Geschichte von Pfarrei und Kirche von Stüsslingen», in: Zur Weihe der neuen Pfarrkirche in Stüsslingen. In der Oktav von St. Peter und Paul am Sonntag, den 3. Juli 1949, 1949, S. 5-20.
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1226: Stuzelingen

Zitiervorschlag

Hans Brunner: "Stüsslingen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.07.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001115/2021-07-22/, konsultiert am 21.05.2022.