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Subingen

Politische Gemeinde des Kantons Solothurn, Bezirk Wasseramt, in der Öschebene östlich der A1 gelegen. 1270 Subingen. Erste Hälfte 15. Jahrhundert ca 100 Einwohner; 1798 305; 1850 599; 1900 698; 1950 1300; 2000 2625.

Vorrömische und römische Zeit

Östlich von Subingen im Erdbeereinschlag liegen ungefähr 20, erstmals 1850 von Jakob Amiet, 1903-1904 von Jakob Wiedmer untersuchte Grabhügel der Hallstattzeit (Funde in der archäologischen Sammlung des Kantons Solothurn). Sie enthielten jeweils ein oder mehrere Körpergräber, wobei mit Ausnahme eines feuerbestatteten Mannes nur Frauengräber mit Schmuck und Trachtgegenständen sicher nachgewiesen sind. Der kleine Friedhof diente vermutlich während mehrerer Generationen wohlhabenden Frauen eines nahen Hofs oder Weilers als Bestattungsort. Siedlungsreste in der näheren Umgebung kamen bis jetzt allerdings nicht zum Vorschein. Dank der sorgfältigen Ausgrabung und der guten Dokumentation gilt Subingen in der Forschung als Referenzstation für die Frauentracht der Hallstattzeit von der Stufe C bis D1 (Ende 8.-7. Jh. v. Chr.). Im oberen Weiher wurde eine römische Siedlung entdeckt.

Politische Gemeinde

Im 13. Jahrhundert hatten die Herren von Deitingen als Dienstleute der Grafen von Kyburg den halben Twing und Bann inne. Solothurn erwarb diesen 1428. Die andere Hälfte wurde von der Benediktinerpropstei Wangen an der Aare, die sie wohl seit zähringischen Zeiten besass, 1501 an Bern verpfändet. Die Berner traten sie 1516 an Solothurn ab. Unter solothurnischer Herrschaft umfasste das Gericht Subingen neben Deitingen auch Etziken, Steinhof, Bolken, Aeschi und Burgäschi. Bern behielt aber das Hofgericht Deitingen-Subingen, auch Groppenmahl genannt (benannt nach einer Mahlzeit, die der Vogt von Wangen offerierte), das eine Reihe von Gütern umfasste, die vorher der Benediktinerpropstei Wangen an der Aare, ab 1390 dem Kloster St. Urban zinspflichtig waren. Subingen war nach Deitingen kirchgenössig, besass aber seit dem Mittelalter eine 1680 zur Kirche St. Ursus und Viktor erweiterte Kapelle, in der der Deitinger Pfarrer zweimal wöchentlich die Messe las. Erst 1867 wurde Subingen eine selbstständige Pfarrei. Als Pfarrkreis Subingen-Aeschi gehört Subingen zur reformierten Kirchgemeinde Wasseramt und besitzt seit 1924 im umgebauten Lustschlösschen Lindenbaum ein Pfarrhaus mit einem Gemeindesaal. 1655 liess Schultheiss Hans Ulrich Sury das Schlösschen Subingen erbauen, das später in den Besitz der Familie Besenval und schliesslich in die Hand der Familie Vigier von Steinbrugg kam.

1781 errichtete die Gemeinde Subingen eine eigene Schule und erstellte dazu 1875 das zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch benutzte Schulhaus bei der unteren Öschbrücke. 1959 entstand ein zweites Schulhaus, das mehrfach erweitert wurde. 2008 wurde das Oberstufenschulhaus eingeweiht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich mehrere industrielle Kleinbetriebe an, unter anderem die Uhrensteinbohrerei Benedikt Wägli, die Teigwaren-, Essig- und Senffabrik A. Alter-Balsiger und die Mechanische Werkstätte Hans Aebli. 1886 bestand in Subingen ein Grütliverein. Bei der Öschbrücke an der Luzernstrasse, wo früher der Zoll erhoben wurde und bis 1870 die Gaststätte St. Urs stand, wurde 1951 die Maschinenfabrik O. Bay gebaut. 1964 wurden in der Nähe des Bahnhofs ein Röhrenwerk der Firma von Roll und die Rollmaplast (heute Georg Fischer AG) errichtet. Subingen liegt an der 1857 eröffneten, 1992 stillgelegten Eisenbahnlinie Solothurn-Herzogenbuchsee, die, allerdings ohne Halt in Subingen, mit der Bahn 2000 wieder reaktiviert wurde. Verkehrstechnisch wird das Dorf seit Ende des 20. Jahrhunderts durch den Anschluss an die A1 und eine Busverbindung nach Solothurn und Herzogenbuchsee erschlossen. Die Ösch, neben der Emme das zweitgrösstes Fliessgewässer im Wasseramt, wurde seit Jahrhunderten genutzt, sie sorgte aber auch immer wieder für Überschwemmungen. 1970-1976 erfolgte die Öschkorrektion, begleitet von einer Güterzusammenlegung. Seit 1992 verfügt Subingen über Naturschutzgebiete.

Quellen und Literatur

  • L. Jäggi, A. Ingold, Solothurn. Wasseramt, 1966, 63-95
  • G. Lüscher, «Die hallstattzeitl. Grabfunde aus dem Kt. Solothurn», in Archäologie des Kt. Solothurn 3, 1983, 35-86
  • G. Lüscher, «Die hallstattzeitl. Nekropole von Subingen», in Archäologie des Kt. Solothurn 6, 1989, 101-118
  • K.H. Flatt, «Kirche, Burg und Dorf – Deitingen im MA», in Über Gesch. und Landschaft der Gem. Deitingen im solothurn. Wasseramt, 1994, 9-42
  • R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 637-639
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Geneviève Lüscher; Beat Hodler: "Subingen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.12.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001140/2013-12-03/, konsultiert am 24.05.2022.