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Beringen

Ein Paar silbervergoldeter Bügelfibeln aus dem Grab einer wohlhabenden Frau, um 570-580 n.Chr. (Schweizerisches Nationalmuseum).
Ein Paar silbervergoldeter Bügelfibeln aus dem Grab einer wohlhabenden Frau, um 570-580 n.Chr. (Schweizerisches Nationalmuseum). […]

Politische Gemeinde des Kantons Schaffhausen, Bezirk Schaffhausen, seit 2013 mit Guntmadingen fusioniert. Bach- und Strassendorf am Südfuss des Randen im oberen Klettgau, heute Industrieort. 965 Peringen (Fälschung des 12. Jh.) 1090 Beringin. 1531 43 Häuser; 1771 702 Einwohner; 1850 1418; 1900 1208; 1950 1757; 2000 3027.

Neben einer früh- und mittelbronzezeitlichen Nekropole in Hagenwiesen und einem spätbronzezeitlichen Urnengrab beim Unteren Stieg wurden in Beringen auch ein römischer Gutshof im Lieblosental sowie ein alemannisches Gräberfeld aus dem 6. bis 7. Jahrhundert gefunden. 1090 wurde erstmals ein Ortsadel bezeugt. Unter den vielen adligen und klösterlichen Grundbesitzern ragte das Geschlecht der Hün (mittelalterliche Stammburg in Beringen) heraus. Die niedere Gerichtsbarkeit, bis Anfang des 15. Jahrhunderts als Lehen bei den Hün von Beringen, ging 1520 an das Spendamt der Stadt Schaffhausen über. Die hohe Gerichtsbarkeit über den nördlich der alten Landstrasse Freiburg im Breisgau-Schaffhausen gelegenen Teil übte das Kloster Allerheiligen aus, ab 1451 die Stadt Schaffhausen. Der südliche Teil stand unter der Landgrafschaft Klettgau, ab 1657 unter Schaffhausen. Vom 16. Jahrhundert bis 1798 bildete das Dorf zusammen mit Hemmental und dem Weiler Griesbach die städtische Obervogtei Beringen. 1798-1803 war es Teil des helvetischen Distrikts Klettgau, 1803 wechselte es zum Oberklettgau und 1877 zum Bezirk Schaffhausen. Zusammen mit Eschheim und Griesbach bildete Beringen eine Pfarrei, die Kirche (später Georg-Patrozinium) wurde 1231 erstmals erwähnt. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts übten die Hün von Beringen die Patronatsrechte aus. 1418 wurde die Kirche dem Kloster Allerheiligen inkorporiert. Von der Reformation 1529 bis 1637 gehörten auch Löhningen und Guntmadingen zur Pfarrei Beringen.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war Beringen ein Bauerndorf mit Kleingewerbe. 1942 erfolgte eine Güterzusammenlegung. Gefördert durch die Einrichtung öffentlicher Verkehrsmittel wie der Badischen Bahn 1863 oder der Strassenbahn Schaffhausen-Schleitheim 1905 (seit 1964 Busbetrieb) entwickelte sich Beringen im 20. Jahrhundert zur Vorortsgemeinde der Industrieagglomeration Schaffhausen-Neuhausen. Als Siedlungsschwerpunkt ausserhalb des Dorfkerns entstand ab 1945 das Engequartier mit einheitlichem Häusertyp. Nach 1960 wandelte sich Beringen durch die Niederlassung verschiedener Unternehmen im Süden des Dorfes in kurzer Zeit zu einem Industriestandort: Bircher (Elektronik) 1962, Bachmann (Metall) 1963, SIG (Verpackungsmaschinen) 1964-1972. 1967 erfolgte der Bau der zur Pfarrei Neuhausen gehörigen katholischen Friedenskirche. 1960-1990 nahm die Bevölkerung um 40% zu, die Südhänge des Randen wurden stark mit Wohnhäusern überbaut. 4% der in Beringen Erwerbstätigen arbeiteten 1991 im 1., 76% im 2. und 20% im 3. Sektor.

Quellen und Literatur

  • E. Rahm, 300 Jahre Schule B., 1949
  • Kdm SH 3, 1960, 23-30
  • E. Rahm, «Heimat- und Volkskundliches aus B.», in Njbl. der Naturforschenden Ges. Schaffhausen 17, 1965
  • K. Bänteli, «Die Baugesch. von Schloss B.», in SchBeitr. 65, 1988, 31-50
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Robert Pfaff: "Beringen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.02.2017. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001275/2017-02-22/, konsultiert am 24.09.2022.