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Oberhelfenschwil

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons St. Gallen, Region Toggenburg, zwischen Thur- und Neckertal gelegen, seit 2023 mit Hemberg Teil der Gemeinde Neckertal. Oberhelfenschwil umfasste das gleichnamige Dorf am Südhang eines Sattels sowie die auf der Ost- und Westseite der Wasserscheide verstreuten Ortsteile Wigetshof, Oberwil, Metzwil, Wasserfluh, Rennen, Winzlisau, Utenwil, Schwanden und Füberg. 882 Helfoltiswilare, 1515 Oberhelfenschwil. 1827 1196 Einwohner; 1850 1872; 1900 1079; 1950 982; 2000 1456; 2010 1309; 2020 1209.

Oberhelfenschwil: Situationskarte 2022 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.
Oberhelfenschwil: Situationskarte 2022 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.

Entlang des Höhenzugs wurde das Gebiet früh von Alemannen besiedelt. Die Fürstabtei St. Gallen, die Grafen von Toggenburg und das Kloster St. Johann verfügten über Grundbesitz in Oberhelfenschwil. Die gräflichen Güter fielen 1468, die übrigen 1555 an die Fürstabtei St. Gallen und der Ort wurde dem Gericht Neckertal zugewiesen. In Oberhelfenschwil befand sich die Burg Füberg, an deren Stelle später ein Wohnhaus errichtet wurde. Die Burg Rüdberg an der Thur bei Laufen und die 1270 erwähnte Neu-Toggenburg über der Passstrasse Wasserfluh sind beide zu Ruinen zerfallen. Mit der Einführung der helvetischen Verfassung wurde die Gemeinde Krinau 1798 Oberhelfenschwil zugeteilt. 1803 wurden die beiden Ortschaften wieder getrennt und die politischen Gemeinden Oberhelfenschwil und Krinau gebildet. 1874 trat Oberhelfenschwil die Gebiete St. Loretto, Hof und Blatten an Lichtensteig ab. 1831-2002 gehörte Oberhelfenschwil zum Bezirk Neutoggenburg. In der 1336 erwähnten Kirche St. Maria, Dionys und Jakobus wurden ab 1528 reformierte Gottesdienste abgehalten, seit 1534 wird sie paritätisch genutzt. Das Hauptmerkmal der Wirtschaftsstruktur des nebelarmen Höhenkurorts liegt in der Ausgeglichenheit von Land- und Forstwirtschaft, Tourismus (Camping, Skisport), Gewerbe, Dienstleistungen (Pflege- und Kurzentrum) und Kleinindustrie (v.a. Bau- und Metallindustrie). Seit 1849 führt bei Aachsäge eine gedeckte Holzbrücke über den Necker. 2005 schlossen sich Oberhelfenschwil, Brunnadern, Mogelsberg und ein Teil von Ganterschwil zur Schulgemeinde Neckertal zusammen.

Quellen und Literatur

  • Büchler, Hans: Das Toggenburg in alten Ansichten vom 17. bis 19. Jh., 1975 (Toggenburgerblätter für Heimatkunde, 31).
  • Kalousek, Johann: 1100 Jahre Oberhelfenschwil. 882-1982, 1982.
Weblinks
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
882: Helfoltiswilare
1515: Oberhelfenschwil

Zitiervorschlag

Hans Büchler: "Oberhelfenschwil", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.08.2023. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001385/2023-08-30/, konsultiert am 28.05.2024.