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Mogelsberg

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons St. Gallen, Region Toggenburg, 2009 mit Brunnadern und St. Peterzell zur Gemeinde Neckertal fusioniert. Zu Mogelsberg gehörten neben dem gleichnamigen Dorf die Orte Dieselbach, Nassen, Hoffeld, Necker, Ebersol, Furt (teilweise Brunnadern) und Dicken sowie weitere Weiler und Einzelhöfe. Das Gebiet ist von Tälern durchzogen. 1152 Magoldesberch. 1831 2669 Einwohner; 1850 2841; 1888 3097; 1900 2777; 1941 2315; 1950 2485; 1980 1809; 2000 2261; 2008 2159.

Mogelsberg: Situationskarte 2008 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.
Mogelsberg: Situationskarte 2008 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2023 HLS.

Grundbesitzer waren die Abteien St. Gallen, Magdenau und vor allem St. Johann. Die Herren von Mogelsberg (1242 erwähnt), Ministerialen der Toggenburger und des Klosters St. Gallen, sind später weggezogen. St. Johann besass das Patronatsrecht der ursprünglich St. Nikolaus geweihten Kirche (1275 erwähnt). Die Grafen von Toggenburg, die im 14. Jahrhundert Mogelsberg als ihr Eigen betrachteten, verdrängten die Abtei St. Johann. Nachdem die männliche Linie der Toggenburger 1436 erloschen war, liess sich einer der Erben, Hildebrand von Raron, 1459 in Mogelsberg begraben. Das Dorf bildete mit umliegenden Orten ein Niedergericht. Die nordöstlich gelegenen Höfe (u.a. Dieselbach) gehörten zum Gericht Magdenau. 1468 kam Mogelsberg als Teil der Landvogtei Toggenburg unter die Fürstabtei St. Gallen.

Nach 1528 wandte sich Mogelsberg dem reformierten Bekenntnis zu (Reformation). Die seit 1567 paritätische Kirche wich 1810 einem Neubau. 2000 waren 52% der Einwohnerinnen und Einwohner reformiert, 32% katholisch. In der Landwirtschaft herrschte Getreidebau vor (Mühlen an der Aach, bei Hoffeld und Furth). Ab dem 18. Jahrhundert wurde in den Häusern Baumwolle verarbeitet (Heimarbeit). Um 1850 entstanden in Necker, Furth und Dicken Stickereifabriken (Stickerei); 1890 verzeichnete die Gemeinde an die 450 Stickmaschinen. Zugleich verdrängte die Vieh- und Milchwirtschaft den Ackerbau. Nach 1810 wurde mit dem Bau eines Strassennetzes begonnen. An die Stelle der Textilindustrie trat nach 1918 mittelständisches Gewerbe. 2001 zählte Mogelsberg ca. 110 Landwirtschaftsbetriebe sowie 100 kleinere Gewerbebetriebe (Handwerk). Die 1865 errichtete Sekundarschule in Necker wurde ab 1920 mit den Nachbargemeinden geführt. Mit dem Anschluss an die Eisenbahnlinie St. Gallen-Wattwil 1910 entwickelte sich Mogelsberg zum Wander- und Luftkurort. Nach dem 2. Weltkrieg ging der Tourismus stark zurück. Der Bau eines Sport- und Ferienzentrums 1984 sollte den Tourismus in Mogelsberg wieder beleben.

Quellen und Literatur

  • Früh, Johann Georg: Beschreibung meiner Heimat- und Wohngemeinde Mogelsberg. Von 1152 an bis Ende 1905, 1909.
  • Politische Gemeinde Mogelsberg (Hg.): Mogelsberg. Ein Werk über die Geschichte und Gegenwart, 1999.
Weblinks
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1152: Magoldesberch

Zitiervorschlag

Beat Bühler: "Mogelsberg", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.11.2023. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001396/2023-11-09/, konsultiert am 18.05.2024.