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Obersaxen

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Graubünden, Region Surselva, seit 2016 mit Mundaun Teil der Gemeinde Obersaxen Mundaun. Obersaxen liegt am Nordhang der Mundaunkette an der rechten Talseite des Rheins und bestand aus 28 in fünf sogenannten Pirten zusammengefassten Siedlungen mit dem Zentrum Meierhof. 2004 kam Cathomen (deutsch Tomahüs) zu Obersaxen. 765 Supersaxa (Kopie), 956 Supersaxa, um 1227 de Ubersahse, romanisch Sursaissa. 1850 831 Einwohner; 1900 652; 1910 636; 1950 705; 2000 779; 2010 828; 2015 829.

Auf der Alp Gren wurden ein Bronzehelm und eine Speerspitze aus dem 3.-1. Jahrhundert v.Chr. gefunden. Bischof Tello schenkte der Abtei Disentis 765 seinen Hof und Alpen in Obersaxen. Ab 806 gehörten diese jedoch wieder zum Reichsgut und wurden von König Otto I. 956 mit der Kirche dem Bistum geschenkt. Ab Ende des 12. Jahrhunderts wanderten Walser über den Oberalppass in Obersaxen ein. Acht Siedlungen sind erloschen, unter anderem Alpettli auf 1900 m. Die Freiherren von Rhäzüns, ab 1170 bischöfliche Lehensträger, gliederten Obersaxen im 14. Jahrhundert ihrer Herrschaft ein. 1375 wird ein erster Ammann bezeugt. 1459 kam Obersaxen an die Hohenzollern-Sigmaringen und siegelte 1471 als Gerichtsgemeinde. Der Ammann wurde aus einem Dreiervorschlag des Volks gewählt, die Pirten stellten je drei Richter im (niederen) Zwölfergericht. Im Oberen Bund besass Obersaxen eine Stimme und bildete mit Waltensburg und Laax ein Hochgericht. Nach 1473 gelangte der Ort an die Herren von Marmels und weitere Geschlechter, bevor es 1497 dem habsburgischen Rhäzüns eingegliedert wurde. 1819 erfolgte der Auskauf der letzten Feudalrechte. Obersaxen gehörte zum Kreis Rueun im Bezirk Glenner (bis 2000) bzw. im Bezirk Surselva (2001-2015).

Die Kirche St. Peter (seit 1500 Peter und Paul) in Meierhof wird um 840 als königliche Eigenkirche erwähnt. Die Kollatur lag beim jeweiligen Inhaber der Feudalrechte, unter anderen 1497-1819 bei den Rhäzünsern, danach bei der Gemeinde selbst. Die Filialkirche St. Martin, die 1500 umgebaut wurde, diente der inneren Pirt. In Obersaxen wurde bei Affeier vom 15. Jahrhundert bis 1813 Fahlerz abgebaut, im Platenger Tobel 1818-1826 Eisen. 1890-1895 erfolgte der Bau der Kantonsstrasse nach llanz, 1913-1914 jener der Strasse nach Tavanasa. Die Gesamtmelioration wurde 1960-1974 durchgeführt. Nach dem Bau eines ersten Skilifts 1952 entwickelte sich Obersaxen nach 1970 rasant zu einem Wintersportzentrum. 2000 war ein Fünftel der Beschäftigten im 1. Sektor tätig. In der walserdeutschen Enklave waren 2000 94% der Bevölkerung deutscher, 5% rätoromanischer Muttersprache.

Quellen und Literatur

  • Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden 4, 1942, 283-298
  • Pro Supersaxa-Obersaxen, 1970-
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
765: Supersaxa (Kopie)
956: Supersaxa
um 1227: de Ubersahse
Endonyme/Exonyme
Obersaxen (deutsch)
Sursaissa (romanisch)