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Casti

Ehemalige Gemeinde des Kantons Graubünden, Region Viamala, geschlossene Weilersiedlung am unteren Schamserberg. Casti bildete mit Wergenstein 1923-2020 die Gemeinde Casti-Wergenstein, die ihrerseits 2021 mit Donat, Lohn und Mathon zur Gemeinde Muntogna da Schons fusionierte. 1204 ad Castellum. 1835 29 Einwohner; 1850 27; 1900 23; 1920 20.

Indizien weisen auf eine früh- und hochmittelalterliche Wehrsiedlung unterhalb der Kirche (Patrozinium unbekannt) aus dem 12. Jahrhundert hin. Bereits im frühen 13. Jahrhundert war das Siedlungsland ausgebaut. Erstmals 1204 ist am Schamserberg eine Gemeinde freier Bauern (Talschaft) mit eigenem Niedergericht bezeugt. Die landesherrlichen Rechte lagen nacheinander beim Bistum Chur, den Vazern, den Werdenbergern, ab 1456 wieder bei Chur. 1458 kaufte sich das Schams aus. Kirchlich löste sich Casti erst nach der Reformation (um 1530-1535) von St. Martin in Zillis. 1627 bildete es eine Pfarrgemeinschaft mit Donat, Pazen, Farden und Clugin (Kirchgemeinde), zudem bis 1851 ein kleines Gericht mit den obigen Nachbarschaften innerhalb der Gerichtsgemeinde Schams; danach gehörte es zum Kreis Schams im Bezirk Hinterrhein. Die erste Fahrstrasse wurde 1924-1926 erbaut. In der von Vieh- und Alpwirtschaft geprägten Gemeinde Casti-Wergenstein ist der romanische Sprachanteil zwar kontinuierlich gesunken, aber doch vergleichsweise hoch geblieben (1860 100%, 1980 80%, 2000 55%).

Quellen und Literatur

Weblinks
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1204: ad Castellum

Zitiervorschlag

Jürg Simonett: "Casti", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.07.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001503/2021-07-22/, konsultiert am 09.12.2022.