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Donat

Politische Gemeinde des Kantons Graubünden, Region Viamala, am unteren Schamserberg, links des Hinterrheins. Die Gemeinde umfasst das gleichnamige Strassendorf mit den Quartieren Curscheglias, Turvasch und Tscharvi sowie seit 2003 auch Pazen und Farden, die zusammen Patzen-Fardün gebildet hatten. Mitte 12. Jh. ad Anede, deutsch Donath (bis 2002 offizieller Name). 1835 167 Einwohner; 1850 188; 1900 128; 1950 118; 2000 133; 2010 209.

Ein frühbronzezeitliches Gräberfeld wurde im Ortsteil Surses entdeckt. Mitte des 12. Jahrhunderts ist ein bischöflicher Grosshof mit intensivem Ackerbau und Viehwirtschaft zu fassen. Die aufgelassene Siedlung Scarsuir lag im Nordosten des Dorfes. 1204 ist erstmals eine Gemeinde altfreier Bauern mit eigenem niederem Gericht am Schamserberg belegt. Die landesherrlichen Rechte hatten nacheinander die Vazer, die Werdenberger und ab 1456 wieder das Fürstbistum Chur inne. 1458 kaufte sich das Schams aus. Kirchlich gehörte Donat zu St. Martin in Zillis; die Kapelle St. Georg wird 1463 erwähnt. Um 1530 trat die Gemeinde zur Reformation über, 1627 bildete sie eine Pfarrgemeinschaft mit den Dörfern des unteren Schamserbergs, ab 1863 wieder mit Zillis. Bis 1851 war Donat eine Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Schams sowie mit Pazen, Farden, Casti und Clugin ein kleines (Zivil-)Gericht. Donat war Landsgemeindeort des Tals und gehörte 1851-2015 zum Bezirk Hinterrhein. 1901-1902 entstand die erste Fahrstrasse. Ab 1983 wurde eine Melioration durchgeführt. Donat ist (Schul-)Zentrum des Schamserbergs. 2000 betrug der rätoromanische Sprachanteil 60% und die Hälfte der in Donat Erwerbstätigen war im 1. Sektor beschäftigt.

Quellen und Literatur

Weblinks
Weitere Links
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GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
Mitte 12. Jh.: ad Anede
Variante(n)
Donath (bis 2002)
Endonyme/Exonyme
Donat (romanisch)
Donath (deutsch)

Zitiervorschlag

Simonett, Jürg: "Donat", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.08.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001505/2020-08-13/, konsultiert am 21.04.2021.