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Mathon

Ehemalige Gemeinde des Kantons Graubünden, Region Viamala, 2021 mit Donat, Lohn sowie Casti-Wergenstein zur Gemeinde Muntogna da Schons fusioniert. Das Haufendorf auf 1521 m ist das Zentrum des oberen Schamserbergs. Um 840 in Mentaune, romanisch Maton. 1780 123 Einwohner; 1850 111; 1900 74; 1950 65; 2000 52; 2010 48; 2020 53.

Mathon: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
Mathon: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

Die im churrätischen Reichsgutsurbar um die Mitte des 9. Jahrhunderts erwähnte ecclesia ist wahrscheinlich die Kirche St. Martin in Zillis. Der in Mathon in ein Bauernhaus eingebaute Wohnturm stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Schon im frühen 13. Jahrhundert wurde Viehwirtschaft und Kornanbau betrieben. Ab 1204 bestand am Schamserberg eine Gemeinde freier Bauern (Talschaft) mit eigenem Niedergericht, das sich in Pathein bei Mathon versammelte. Die landesherrlichen Rechte lagen bei den Vazern, dann bei den Werdenbergern und ab 1456 beim Bistum Chur. 1458 kaufte sich das Schams aus. Kirchlich gehörte Mathon bis zur Reformation zur Pfarrei St. Martin in Zillis; 1538 entstand eine von St. Martin unabhängige Pfarrgemeinschaft am oberen Berg (Kirchgemeinde). 1728 wurde im Dorf eine neue Kirche gebaut. Mathon war bis 1851 eine Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Schams und bildete darin mit Wergenstein und Lohn ein eigenes kleines Zivilgericht. 1851-2015 gehörte die Gemeinde zum Kreis Schams im Bezirk Hinterrhein. 1904-1906 wurde die Fahrstrasse erstellt. 2000 sprach mehr als die Hälfte der Bevölkerung noch Romanisch. Der 1. Sektor beschäftigte 2005 gut zwei Drittel der Erwerbstätigen.

Quellen und Literatur

Weblinks
Weitere Links
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
um 840: in Mentaune
Endonyme/Exonyme
Mathon (deutsch)
Maton (romanisch)

Zitiervorschlag

Simonett, Jürg: "Mathon", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.07.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001508/2021-07-22/, konsultiert am 26.01.2022.