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Tschiertschen

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Graubünden, Kreis Churwalden, Bezirk Plessur, seit 2009 mit Praden Teil der Gemeinde Tschiertschen-Praden. Haufendorf (1351 m) auf der linken Schanfigger Talseite. Ende 8. Jahrhundert in Cercene. 1803 130 Einwohner; 1850 124; 1870 160; 1900 139; 1950 174; 2000 225.

Römischer Münzfund. Frühe romanische Siedlung (Nachweis von Ackerbau). Die 1222 erwähnten Besitzungen des Klosters Churwalden erklären die Ausrichtung über das Joch in westlicher Richtung und die Zugehörigkeit zur Herrschaft Strassberg. Als deren Inhaber werden 1275 die Vazer genannt, nach 1338 die Toggenburger, Montforter und Matscher. Das aus der Herrschaft Strassberg entstandene Gericht Churwalden mit der Nachbarschaft Tschiertschen schloss sich 1436 dem Zehngerichtenbund an. Kirchlich gehörte Tschiertschen zu St. Georg in Castiel; die Kapelle St. Jakob und Christoph wird 1405 erstmals erwähnt. Ab 1472 war ein Priester für die Pfarrei zuständig. Das Dorf trat zur Reformation über und verfügte ab 1550 über eine Pfarrkirche. Um 1570 wurde Tschiertschen durch den Zuzug von Walsern germanisiert. 1649 erfolgte der Auskauf der österreichischen Rechte, die ab 1466 bestanden hatten. Die 1893-1894 erstellte Fahrstrasse brachte einen touristischen Aufschwung, der sich mit dem Bau von Skiliften ab 1952 wiederholte. 2003 gab es in Tschiertschen 164 Hotelbetten und 314 Betten in der Parahotellerie.

Quellen und Literatur

  • Kdm GR 2, 1937 (19752), 211-214
  • Gem. GR
  • Gem. GR 2003, 388 f.
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Zitiervorschlag

Jürg Simonett: "Tschiertschen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.12.2016. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001586/2016-12-09/, konsultiert am 27.02.2024.