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Villnachern

Politische Gemeinde des Kantons Aargau, Bezirk Brugg, bestehend aus dem gleichnamigen Dorf entlang des Talbachs zwischen Jurahang und Aare sowie einigen Höfen. 1141 Filnacker (Kopie 14. Jh.), 1207 Vilnachern. 1764 282 Einwohner; 1831 502; 1850 504; 1900 421; 1950 644; 2000 1221.

Mesolithische Siedlungsstelle bei Wallbach (gefunden 1967), eine römische Villa im Muracher (um 1900) und alemannische Gräber beim Letzihubel (um 1845) belegen eine frühe Besiedlung. Die Burg Lichtenau, ein habsburgisches Lehen, befand sich unterhalb des Dorfs und wurde vor 1500 als Burgstall bezeichnet. Grundherren waren die von Ostrach. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei Habsburg und ab 1460 bei Bern. Die niederen Gerichte gehörten zur Burg Lichtenau und gelangten 1588 zu einem Drittel an die Stadt Brugg, ein Sechstel ging 1720 mit Schloss Wildenstein, die restliche Hälfte 1732 mit der Herrschaft Kasteln an Bern. Kirchlich gehört Villnachern zu Umiken. Ende des 15. Jahrhunderts entstand eine Wallfahrtskapelle zwischen Umiken und Villnachern. Die Gemeinde trat 1559 als Partei in einem Prozess auf. Ein Dorfbrief stammt von 1634. Eine Schule bestand schon vor 1648. Vermutlich nach dem Dorfbrand von 1633 wurde eine Anzahl spätgotischer Gebäude erstellt, eines davon steht heute im Freilichtmuseum Ballenberg. Die Landwirtschaft umfasste auch Rebbau, dessen Fläche bis 1881 auf 43 ha zunahm, dann bis 1950 fast verschwand. Im Rahmen einer Güterzusammenlegung 1979-1989 wurde Rebland ausgeschieden, 2010 umfasste es ca. 8 ha. Grosse landschaftliche Veränderungen und einige Arbeitsplätze brachte 1949-1953 der Bau des Elektrizitätswerks Wildegg-Brugg an der Aare. Seit 1875 verkehrt die Eisenbahn auf der Strecke Brugg-Pratteln durch Villnachern, eine Station erhielt die Gemeinde jedoch erst 1926 (2008 aufgehoben). Mit dem Rückgang der Landwirtschaft wurde Villnachern zu einer Wohngemeinde mit 81% Wegpendlern (2005, v.a. nach Brugg, Zürich und Baden), die Zahl der Gebäude verdoppelte sich von 1970 bis 2000, jene der Wohnungen nahm etwas stärker zu. 2009 lehnte Villnachern eine Fusion mit Oberflachs, Schinznach-Bad und Schinznach-Dorf ab.

Quellen und Literatur

  • Unser Dorf Villnachern, 1991
Von der Redaktion ergänzt
Weblinks
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GND

Zitiervorschlag

Felix Müller (Brugg): "Villnachern", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 10.04.2017. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001714/2017-04-10/, konsultiert am 23.02.2024.