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Hornussen

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Aargau, Bezirk Laufenburg, im oberen Fricktal gelegen, 2022 mit Bözen, Effingen und Elfingen zur Gemeinde Böztal fusioniert. Das Strassendorf Hornussen entstand im 18. und 19. Jahrhundert als Ausbau des um den Kirchhügel liegenden alten Dorfzentrums. 1281 Hornescon. 1768 387 Einwohner; 1850 766; 1900 590; 1950 631; 2000 816; 2010 876; 2020 1020.

Hornussen: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.
Hornussen: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.

Steinzeitliche und römische Einzelfunde sowie die Lage an der bereits in römischer Zeit wichtigen Bözbergstrasse lassen eine frühe Begehung vermuten. Sämtliche grundherrlichen Rechte lagen bis 1802 beim Stift Säckingen, die Landesherrschaft bis 1797 bei der habsburgisch-österreichischen Herrschaft Rheinfelden. Seit 1803 gehört das Dorf zum Kanton Aargau. Der Dinghof Hornussen hatte noch im 15. Jahrhundert eine formelle Sonderstellung innerhalb der habsburgischen Landesherrschaft; er war Appellationsgericht für alle säckingischen Gerichtshöfe im Stammgebiet des Stifts und auch Wirtschaftszentrum desselben. Davon zeugen noch heute das Amtshaus aus dem Jahr 1595 sowie weitere spätgotische Häuser entlang der Bözbergstrasse. Dank der Grenzlage zum Berner Aargau blieb das Dorf von Kriegsverwüstungen weitgehend verschont und konnte alte Bausubstanz bewahren. Die Kollatur der Kirche St. Mauritius gehörte ebenfalls dem Stift Säckingen. Der heutige Bau datiert von 1710-1712. Bereits um 1600 bezeugt ist die jährliche Wallfahrt nach Todtmoos im Schwarzwald. Neben der bis Ende des 19. Jahrhunderts vom Weinbau dominierten Landwirtschaft spielte das Gastgewerbe ab dem Mittelalter eine wichtige Rolle. Hornussen war Wechselstation für den Vorspann über den Bözberg. Im 19. Jahrhundert kam die Heimindustrie (Posamenterei, Strohflechterei) hinzu und 1875 erhielt Hornussen einen Anschluss an die Bözbergbahn. Trotzdem war die Abwanderung in die Industrieregionen und nach Übersee beträchtlich (Auswanderung). 1917 wurde die Vorgängerfirma der heutigen Seifen- und Kosmetikfabrik gegründet (Seifensiederei). Seit 1996 entlastet die Nationalstrasse A3 das Dorf vom Durchgangsverkehr. Im Jahr 2000 waren vier Fünftel der Einwohner Wegpendler.

Quellen und Literatur

  • Vögeli, Robert: Hornussen. Geschichte eines Fricktaler Dorfes, 1991.
Von der Redaktion ergänzt
  • Hunziker, Edith; Ritter-Lutz, Susanne: Der Bezirk Laufenburg, 2019, S. 330-351 (Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, 10). 
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1281: Hornescon

Zitiervorschlag

Dominik Sauerländer: "Hornussen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.07.2022. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001739/2022-07-19/, konsultiert am 02.02.2023.