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Kesswil

Politische Gemeinde des Kantons Thurgau, Bezirk Arbon, zwischen Romanshorn und Kreuzlingen am Bodensee. 817 Chezzinwillare. 1649 388 Einwohner; 1850 522; 1888 572; 1900 529; 1950 494; 1960 488; 2000 850; 2010 1000.

Im 9. Jahrhundert verfügte das Kloster St. Gallen in Kesswil über Grundbesitz. Im 13. Jahrhundert erlangte auch das Kloster Münsterlingen Grund- und Herrschaftsrechte im Ort. Vom Spätmittelalter bis 1798 war Kesswil ein äbtisch-sankt-gallisches Malefizgericht, das vom Romanshorner Amt aus verwaltet wurde. 1429 erlaubte das Kloster Münsterlingen den Bau einer Kapelle. 1451 ist eine Messpfründe bezeugt. 1529 trat die Pfarrei, die auch Dozwil umfasste, zur Reformation über. Der Pfarrer versah ab 1588 auch Uttwil (ab 1618 Filiale). Von 1816 an bildete Kesswil eine sich territorial mit der Ortsgemeinde deckende Munizipalgemeinde, weshalb die beiden Gemeinden 1870 zur sogenannten Einheitsgemeinde vereinigt wurden. Im 19. Jahrhundert wurde in Kesswil Ackerbau, Rebbau und Fischerei betrieben, daneben hatten sich eine Weberei, Handel und Kleingewerbe angesiedelt. Mit dem Übergang zur Vieh- und Milchwirtschaft (1859 Sennhüttengesellschaft) wurde der Feldobstbau intensiviert. Die 1871 eröffnete Seetalbahn brachte dem Dorf zunächst keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Um 1900 gab es in Kesswil einige Stickereilokale. Anfang des 21. Jahrhunderts boten neben der Nussbaum Matzingen AG (vor 2003 Tubenfabrik Pressta AG, 2005 85 Mitarbeiter) die Landwirtschaft (Obstbau, Beerenbau) und eine Baumschule (Roth Pflanzen AG) einige Arbeitsplätze. Mit den nach 1980 entstandenen Einfamilienhäusern und Wohnbauten entwickelte sich Kesswil zur ländlichen Wohngemeinde.

Quellen und Literatur

  • P. Mäder, Ritter, freie Bauern und Lehensleute in Kesswil und Uttwil, 1993
  • H. Stricker, Kesswil, 1998
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Ersterwähnung(en)
817: Chezzinwillare