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Andwil (TG)

Ehemalige Ortsgemeinde des Kantons Thurgau, politische Gemeinde Birwinken, Bezirk Weinfelden. Die Ortsgemeinde bestand 1812-1994, umfasste Andwil, Ober-Andwil, Eckartshausen, Guggenbühl, Heimenhofen und Lenzenhaus und gehörte zur ehemaligen Munizipalgemeinde Birwinken. 846 Anninwilare (?), 1295 Anewille. 1831 405 Einwohner; 1910 515; 1980 363; 1990 404.

Andwil war Lehen des Hochstifts Konstanz, doch gehörte das spätere Gemeindegebiet bis 1798 zu verschiedenen Herrschaften: Teils zählte es zum Gericht Andwil des Konstanzer Stifts St. Stephan, teils zu den Gerichten Berg (TG) und Oberaach, während Ober-Andwil, Eckartshausen, Heimenhofen und Lenzenhaus als sogenannte Hohe Gerichte direkt dem Landvogt unterstanden. Die Pfarrei wurde 1350 dem Stift St. Stephan inkorporiert. Nach der Reformation 1529 wurde Andwil von Birwinken und Sommeri, ab 1678 von Bürglen (TG) aus versorgt. Seit 1809 ist die reformierte Kirchgemeinde mit Bürglen verbunden. Traditionell wurden Getreidebau im Dreizelgensystem und Rebbau betrieben. Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Verlagerung auf Viehwirtschaft und Obstbau, 1938-1942 eine Güterzusammenlegung. Im 19. Jahrhundert Hausweberei und -stickerei, in Heimenhofen 1872-1931 (Schiffli-)Stickerei, 1934-1961 Velofabrik. Auf Guggenbühl richtete Johann Jakob Wehrli 1853 eine landwirtschaftliche Schule ein. Trotz verschiedener Kleinbetrieben hat Andwil seinen bäuerlichen Charakter bis in die jüngste Zeit bewahrt.

Quellen und Literatur

  • E. Leisi, Chronik des Kt. Thurgau, 1950, 324 f.
  • P. Bär, 700 Jahre Andwil 1995
Von der Redaktion ergänzt
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Zitiervorschlag

Gregor Spuhler: "Andwil (TG)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.07.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002002/2001-07-17/, konsultiert am 21.04.2024.