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Aquila

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Blenio, 2006 mit Campo (Blenio), Ghirone, Olivone und Torre zur neuen Gemeinde Blenio fusioniert. Zentrum des oberen Bleniotals, auf 782 m gelegen. Das Gemeindegebiet umfasste die Weiler Dangio, Grumarone, Pinaderio und Ponto Aquilesco. 1196 Aquili. 1602 600 Einwohner; 1801 804; 1850 1040; 1900 719; 1950 627; 2000 487; 2005 519.

Aquila: Situationskarte 2005 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Aquila: Situationskarte 2005 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Im Mittelalter teilte Aquila, zu dem um 1200 auch die Nachbarschaft Ghirone gehörte, die Geschichte des Bleniotals. Die 1853 bei der Trennung in zwei Gemeinden festgelegten Grenzen blieben bis zur Fusion bestehen. Die Pfarrkirche San Vittore (1213 erwähnt) wurde 1728-1730 wiederaufgebaut. Die Abtrennung der Bürgergemeinden erfolgte 1914. Eine wichtige Einnahmequelle stellte die Auswanderung in europäische Länder (Schokoladenhersteller, Kellner, Dienstboten) dar; sie nahm in jüngerer Zeit grosse Ausmasse an. Ab 1914 fanden zahlreiche Einwohner von Aquila in der Schokoladenfabrik Cima-Norma in Torre Arbeit, daneben betrieben sie oft noch Land- und Viehwirtschaft. Die Schliessung der Fabrik 1968 führte zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang. 1990 arbeiteten 39% im 2., 49% im 3. Sektor. 60% Wegpendler.

Quellen und Literatur

  • F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
  • M. Vicari, Valle di Blenio 1, 1992
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Sonia Fiorini: "Aquila", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 05.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002048/2021-03-05/, konsultiert am 25.06.2022.