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Castro

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Blenio, bildet seit 2004 mit Corzoneso, Dongio, Largario, Leontica, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco die neue Gemeinde Acquarossa. Auf einer Terrasse am rechten Abhang des Bleniotals gelegen. 1200 Castri. 1567 68 Einwohner; 1808 114; 1850 129; 1900 97; 1950 81; 1970 62; 2000 81; 2003 79.

Castro: Situationskarte 2003 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Castro: Situationskarte 2003 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Ein Kastell, möglicherweise langobardischen Ursprungs, wird 1214 und 1253 erwähnt. Im Mittelalter bildete Castro zusammen mit Marolta und Ponto Valentino eine einzige Körperschaft, die consiglio genannt wurde. Deren Güter wurden 1895 geteilt. Die 1205 erwähnte Kirche San Giorgio wurde 1867-1868 abgerissen und neu aufgebaut. Bis 1909 umfasste die Pfarrei Castro auch Teile der Gemeinde Marolta; einige Familien dieser Gemeinde gehörten kirchlich zu Ponto Valentino. Die Abwanderung – bis zum 19. Jahrhundert nach Italien, im 19. und 20. Jahrhundert nach Frankreich, Belgien, England und in die übrige Schweiz – führte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem stetigen Rückgang und, gegen Ende des 20. Jahrhunderts, auch zu einer Überalterung der Bevölkerung. Ab den 1970er Jahren nahm der Anteil an Zweit- und Ferienwohnungen stark zu. Die Zahl der Einwohner, die in der Landwirtschaft und in der Viehzucht tätig waren, verringerte sich beträchtlich.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 3
  • F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
  • B.M. Biucchi, Blenio una valle ambrosiana nel Medioevo, 1982

Zitiervorschlag

Fiorini, Sonia: "Castro", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002050/2021-03-04/, konsultiert am 09.05.2021.