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Leontica

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Blenio, bildet seit 2004 mit Castro, Corzoneso, Dongio, Largario, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco die neue Gemeinde Acquarossa. Sie erstreckte sich vom Talgrund bis zu den Abhängen des Nara (2330 m) und umfasste das Dorf Leontica, das auf 876 m Höhe auf einer Terrasse am rechten Hang des mittleren Bleniotals gelegen ist, sowie den Weiler Comprovasco wenig über dem Talgrund. 1204 Levontega. 1602 315 Einwohner; 1808 441; 1850 473; 1900 395; 1950 408; 2000 267; 2003 303.

Leontica: Situationskarte 2003 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Leontica: Situationskarte 2003 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

1204 wird Leontica als Vicinanza erwähnt. Die bereits im selben Jahr erwähnte Pfarrkirche San Giovanni Battista fiel 1762 teilweise einem Brand zum Opfer und wurde 1778-1784 neu aufgebaut (mit Ausnahme des romanischen Glockenturms, der 1925 erneuert wurde). Neuere Grabungen lassen auf Vorgängerbauten aus dem Frühmittelalter schliessen. Die Kapelle San Vincenzo in Comprovasco stammt aus dem Jahr 1867. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts machten sich Binnen- und Auswanderung bemerkbar. Nach einer ersten Phase der touristischen Entwicklung, die nach der Eröffnung (1968) der Skilifte an den Hängen des Nara erfolgte und eine Zunahme von Zweitwohnungen (1970 59, 1990 255) bewirkte, wartet die Region auf einen erneuten touristischen und wirtschaftlichen Aufschwung. Comprovasco ist Sitz des Bezirksgerichts, der Scuola media (Gesamtschule für 12-14-Jährige) und des Primarschulverbunds.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 3
  • F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
  • L. Solari, Blenio: una valle a confronto, 1998

Zitiervorschlag

Fiorini, Sonia: "Leontica", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002055/2021-03-04/, konsultiert am 16.05.2021.