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Semione

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Blenio, die 2012 mit Ludiano und Malvaglia zur neuen Gemeinde Serravalle fusionierte. Die am rechten Hang des unteren Bleniotals gelegene Streusiedlung umfasst den Ortsteil Navone und nördlich davon die Ruinen der Burg Serravalle. Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde liegt zwischen 360 und 2170 m. 1192 Xamiono, 1343 Simionum. 1602 600 Einw.; 1850 755; 1900 472; 1950 349; 2000 320. Die Geschichte von S. widerspiegelt jene des gesamten Bleniotals. Im Dorfkern wurden einige röm. Gräber gefunden; aus derselben Zeit stammen die Reste eines Wachtturms. In S., das 1205 als Nachbarschaft belegt ist, besassen die Bewohner von Lodrino (erw. 1193) und das Kloster Disentis (erw. 1334) grundherrl. Rechte. Die schon 1207 bezeugte Pfarrkirche S. Maria Assunta wurde 1733 auf dem rom. Vorgängerbau neu errichtet, während der wahrscheinlich auf das 11. Jh. zurückgehende Glockenturm erhalten blieb. 2002-10 wurde die Kirche restauriert. Neben der 1606 erbauten Kapelle S. Carlo steht das aus derselben Zeit stammende Haus gleichen Namens, das ehem. Schulpfründe war und zu Beginn des 21. Jh. das Mineralien- und Fossilienmuseum beherbergt. In Navone befindet sich die 1680 erbaute Kapelle Mariä Geburt. In der Nähe der Burg Serravalle erhebt sich die 1329 erstmals erw. Kapelle S. Maria del Castello, die in der heutigen Gestalt auf 1587 zurückgeht. Früher waren Landwirtschaft, Viehzucht und Weinbau die Haupterwerbszweige. Im 19. und 20. Jh. wanderten viele Dorfbewohner nach England, Belgien und Frankreich aus. Die v.a. im Handel und im Gastgewerbe tätigen Emigranten bauten sich nach ihrer Rückkehr die Villen längs der Kantonsstrasse. 2000 waren knapp über zwei Drittel der Erwerbstätigen von S. Wegpendler.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 3
  • Meyer, Blenio
  • F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
  • S., hg. von C. Baselgia-Ferrari, F. Togni, 2008