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Semione

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Blenio, die 2012 mit Ludiano und Malvaglia zur neuen Gemeinde Serravalle fusionierte. Die am rechten Hang des unteren Bleniotals gelegene Streusiedlung umfasst den Ortsteil Navone und nördlich davon die Ruinen der Burg Serravalle. Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde liegt zwischen 360 und 2170 m. 1192 Xamiono, 1343 Simionum. 1602 600 Einwohner; 1850 755; 1900 472; 1950 349; 2000 320; 2010 332; 2011 334.

Semione: Situationskarte 2011 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Semione: Situationskarte 2011 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Die Geschichte von Semione widerspiegelt jene des gesamten Bleniotals. Im Dorfkern wurden einige römische Gräber gefunden; aus derselben Zeit stammen die Reste eines Wachtturms. In Semione, das 1205 als Nachbarschaft belegt ist, besassen die Bewohner von Lodrino (erwähnt 1193) und das Kloster Disentis (erwähnt 1334) grundherrliche Rechte. Die schon 1207 bezeugte Pfarrkirche Santa Maria Assunta wurde 1733 auf dem romanischen Vorgängerbau neu errichtet, während der wahrscheinlich auf das 11. Jahrhundert zurückgehende Glockenturm erhalten blieb. 2002-2010 wurde die Kirche restauriert. Neben der 1606 erbauten Kapelle San Carlo steht das aus derselben Zeit stammende Haus gleichen Namens, das ehemalige Schulpfründe war und zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Mineralien- und Fossilienmuseum beherbergt. In Navone befindet sich die 1680 erbaute Kapelle Mariä Geburt. In der Nähe der Burg Serravalle erhebt sich die 1329 erstmals erwähnte Kapelle Santa Maria del Castello, die in der heutigen Gestalt auf 1587 zurückgeht. Früher waren Landwirtschaft, Viehzucht und Weinbau die Haupterwerbszweige. Im 19. und 20. Jahrhundert wanderten viele Dorfbewohner nach England, Belgien und Frankreich aus. Die vor allem im Handel und im Gastgewerbe tätigen Emigranten bauten sich nach ihrer Rückkehr die Villen längs der Kantonsstrasse. 2000 waren knapp über zwei Drittel der Erwerbstätigen von Semione Wegpendler.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 3
  • Meyer, Blenio
  • F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
  • Semione, hg. von C. Baselgia-Ferrari, F. Togni, 2008

Zitiervorschlag

Corti, Francesca: "Semione", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002063/2021-03-04/, konsultiert am 06.05.2021.