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Prato (Leventina)

Politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Leventina, in einer Mulde auf 1046 m in der Gegend des Piottino gelegen, umfasst unter anderem die Weiler Rodi und Fiesso. 1211 de Prato, deutsch früher Pratt. 1902-1939 Prato-Fiesso. 1602 224 Einwohner; 1639 191; 1745 308; 1850 424; 1900 327; 1950 306; 2000 397; 2010 436.

Prato (Leventina): Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Prato (Leventina): Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

In Prato lag eine Sust an der Gotthardstrasse. Der Ort bildete das Zentrum einer Nachbarschaft, zu welcher die Degagne Prato, Fiesso und bis 1866 Dalpe zählten. Diese spielten bis 1820, als die erste Kantonsstrasse gebaut wurde, eine wichtige Rolle bei der Organisation der Säumerei. Im 1561 errichteten Dazio Grande in Rodi – das bis 1834 genutzte Zollhaus diente auch als Sust – schuf die gleichnamige Stiftung 1999 ein Kulturzentrum. Die 1210 erstmals bezeugte Pfarrkirche San Giorgio mit romanischem Turm und Stuckaturen aus dem 17. Jahrhundert wurde in den 1950er Jahren renoviert. Früher war in Prato die Weidewirtschaft vorherrschend. Das Dorf ist sommers und winters ein beliebtes Touristenziel. In Rodi befinden sich das Kraftwerk Tremorgio (1918-1926) und eine 1928 erbaute Luftseilbahn, die das Tal mit dem Tremorgiosee verbindet. 2005 entfielen zwei Drittel der Arbeitsplätze in der Gemeinde auf den 2. und ein Viertel auf den 3 Sektor. 2000 war über die Hälfte der Erwerbstätigen Wegpendler.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 1
  • R. Fransioli, Prato Leventina nelle carte medievali e nella tradizione, 1985
  • SSRQ TI, A/1

Zitiervorschlag

Fransioli, Mario: "Prato (Leventina)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.01.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002082/2021-01-18/, konsultiert am 26.09.2021.