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Rossura

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Leventina, seit 2006 Teil der Gemeinde Faido. Rossura liegt auf einer Terrasse der linken Talseite (1056 m) in der mittleren Leventina und umfasst die Weiler Figgione, Tengia und Molare (1488 m). Bis 1837 gehörte Rossura zur Gemeinde Chiggiogna. 1201 Resora, Resura, deutsch früher Rossur. 1745 351 Einwohner; 1801 389; 1850 335; 1900 209; 1950 154; 2000 55; 2005 62.

Rossura: Situationskarte 2005 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Rossura: Situationskarte 2005 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Im Mittelalter bildeten Molare und Rossura zwei der fünf Degagne der Nachbarschaft Chiggiogna. Kirchlich unterstand Rossura der Pfarrei Chiggiogna, von der es sich 1837 löste. 1840 wurde auch Molare eine selbstständige Pfarrei. Die 1247 erwähnte Pfarrkirche Santi Lorenzo e Agata in Rossura wurde im 15. und 16. Jahrhundert erneuert und im 17. Jahrhundert erweitert. Die Pfarrkirche San Giacomo in Molare entstand als romanischer Bau und wurde 1764 im Barockstil umgebaut. Ackerbau, Viehzucht und Milchwirtschaft – mit Molkereien in Figgione und Tengia – stellen die Haupterwerbsquellen dar. Die Errichtung von Zweitwohnungen kompensierte nur zum Teil den Bevölkerungsrückgang, den die markante Abwanderung im 20. Jahrhundert verursacht hatte.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 1
  • L. Alfonso, Rossura ieri e oggi, 1991 (ASTI)
  • ISOS TI, 6, 2005 [Rossura]
  • ISOS TI, 6, 2005 [Figgione]

Zitiervorschlag

Fransioli, Mario: "Rossura", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002084/2021-03-03/, konsultiert am 25.10.2021.