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Sobrio

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Leventina, seit 2016 Teil der Gemeinde Faido. Sie liegt auf einer Terrasse der mittleren Leventina auf 1091 m Meereshöhe an der sogenannten Strada Alta und umfasste die Ortsteile Villa und Ronzano. 1225 Sourio. 1567 40 Feuerstätten; 1745 331 Einwohner; 1824 380; 1850 365; 1900 237; 1950 98; 2000 74; 2010 73; 2015 78.

Sobrio: Situationskarte 2015 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Sobrio: Situationskarte 2015 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Im Mittelalter war Sobrio eine Degagna der alten Nachbarschaft Giornico. Bis 1585 waren die Einwohner von Sobrio nach Giornico kirchgenössig; dann bildete das Dorf eine Pfarrei mit Cavagnago, von der es sich 1611 trennte. Die im 13. Jahrhundert erwähnte Kirche San Lorenzo wurde im 16. Jahrhundert erweitert und mehrmals renoviert, letztmals 2001-2003. Der Ortsteil Villa fiel 1759 fast vollständig einem Brand zum Opfer. Wirtschaftlich dominierten früher der Ackerbau (Kartoffeln und Roggen) und die Viehzucht. Dazu kam seit jeher die saisonale Auswanderung, vor allem nach Mailand und Paris. Die Fahrstrasse, die Sobrio mit dem Talgrund verbindet, wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte wegen der Auswanderung nach Übersee und der Abwanderung in die städtischen Zentren eine starke Entvölkerung ein. Diese Entwicklung wurde nur teilweise durch den Bau von Zweitwohnungen (v.a. in Parnasco) ausgeglichen.

Quellen und Literatur

  • MDT, Serie 1
  • B. Giandeini, I racconti dell'acero, 1989
  • ISOS TI 6, 2005, 233-244
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Fransioli, Mario: "Sobrio", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002085/2021-03-04/, konsultiert am 28.07.2021.