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Corippo

Ehemalige Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Locarno, im Verzascatal gelegen, 2020 mit Brione Verzasca, Frasco, Sonogno, Vogorno sowie Lavertezzo Valle (Lavertezzo) und Gerra Valle (Cugnasco-Gerra) zur Gemeinde Verzasca fusioniert. Das Haufendorf (Dorf) liegt am westlichen Talhang über dem Stausee von Vogorno. 1224 Culipo, 1374 Quorippo. 1669 41 Haushalte; 1795 269 Einwohner; 1850 294; 1900 196; 1950 73; 2000 22; 2010 12; 2019 9.

Corippo: Situationskarte 2019 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Corippo: Situationskarte 2019 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Corippo war eine Squadra von Vogorno und verfügte über eine gewisse Eigenständigkeit; es bildete 1822 eine eigene Gemeinde und nutzte die Allmend bis 1854 gemeinsam mit Minusio, Brione und Mergoscia. Die aus dem frühen 17. Jahrhundert stammende Kirche Beata Vergine Annunciata (später Santa Maria del Carmine) wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vergrössert. Corippo gehörte zur Pfarrei Vogorno, errichtete aber im 17. Jahrhundert eine eigene Kaplanei, die 1782 zur Pfarrei erhoben wurde. Diese wird seit 1917 wieder von Vogorno aus betreut. Die Einwohner – über Jahrhunderte Bauern und Hirten –  zogen vom 14. Jahrhundert an mit ihrem Vieh über den Winter zur Weide in die Magadinoebene. 1883 wurde Corippo durch eine Fahrstrasse erschlossen. Der stetige Rückgang der Bevölkerung war hauptsächlich eine Folge der Auswanderung und der knappen agrarischen Ressourcen. Der gesamte Dorfkern, der im Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 als beispielhaft ausgezeichnet wurde, steht unter Denkmalschutz.

Ein Gässchen im alten Dorfkern von Corippo Ende der 1920er Jahre. Fotografie von Rudolf Zinggeler (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Zinggeler).
Ein Gässchen im alten Dorfkern von Corippo Ende der 1920er Jahre. Fotografie von Rudolf Zinggeler (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Zinggeler).

Quellen und Literatur

  • Mondada, Giuseppe: Corippo, 1976.
  • Gerosa, Pier Giorgio: Un microterritorio alpino. Corippo dal Duecento all'Ottocento, 1992.
Von der Redaktion ergänzt
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1224: Culipo
1374: Quorippo

Zitiervorschlag

Pauli Falconi, Daniela: "Corippo", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002097/2021-03-25/, konsultiert am 24.09.2021.