de fr it

Cugnasco

Ehemalige Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Locarno, am Rande der Magadinoebene gelegen, 2008 mit Gerra Verzasca zur Gemeinde Cugnasco-Gerra fusioniert. Cugnasco umfasste den gleichnamigen Ort sowie die Fraktionen Boscioredo, Bosco, Massarescio, Medoscio, Moncucco, Pianrestello und Sciarana. 1374 Cunyascho. 1591 285 Einwohner; 1760 325; 1801 279; 1850 349; 1900 433; 1950 473; 1960 428; 1990 821; 2000 1120; 2007 1376.

Cugnasco: Situationskarte 2007 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Cugnasco: Situationskarte 2007 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Die heute unter Schutz gestellten Maiensässe von Ditto und Curogna waren die ältesten Siedlungen der Gemeinde; erst später entstanden jene in der sumpfigen, häufig vom Fluss Tessin und Wildbächen überschwemmten Ebene. Vor allem dank der Hirten, die mit ihrem Vieh in der Magadinoebene überwinterten, wuchs Cugnasco weiter. Im 13. und 14. Jahrhundert kamen Zuzüger aus dem Verzascatal und etwa 150 Einwohner von Ditto und Curogna siedelten in die Ebene um. In Cugnasco, das zum Zentrum des Gemeindelebens wurde, befand sich ein 1653 aufgehobenes Kloster der Serviten. Diese betreuten die Kapelle Beata Vergine delle Grazie für die Einwohner der Ebene, die früher nach Tenero kirchgenössig waren. Die kleine, unter Denkmalschutz stehende Kirche aus dem 15. Jahrhundert enthält wertvolle Fresken aus dem 16. und 17. Jahrhundert; sie war das Ziel vieler Wallfahrer (Pilgerwesen) aus der Region. Die 1635-1656 erbaute Propsteikirche San Giuseppe wurde später Zentrum der Pfarrei, während Ditto und Curogna weiterhin ein Vikariat hatten. Sowohl die Kapelle San Martino in Ditto wie jene der Santi Cristoforo e Anna in Curogna stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert und enthalten Fresken aus verschiedenen Epochen. Cugnasco befand sich an der Kreuzung der beiden wichtigen Handelswege von Locarno nach Bellinzona und von Cugnasco nach Contone sowie in der Nähe des sogenannten Porto sul Ticino, des Tessinübergangs, der nach dem Einsturz der Brücke von Bellinzona 1515 unumgänglich geworden war. Früher betrieb man in Cugnasco ausschliesslich Ackerbau und Kleinviehhaltung; 2000 arbeiteten weniger als 15% der Erwerbstätigen im 1. Sektor, etwa 75% waren Wegpendler.

Quellen und Literatur

Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1374: Cunyascho

Zitiervorschlag

Pauli Falconi, Daniela: "Cugnasco", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.03.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002099/2021-03-25/, konsultiert am 27.11.2021.