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Agra

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Lugano, 2004 mit Gentilino und Montagnola zur Gemeinde Collina d'Oro fusioniert. Sie umfasste das Dorf Agra (570 m) am Fuss des Monte Croce auf der Collina d'Oro sowie den Weiler Bigogno. 1591 ca. 100 Einwohner; 1670 143; 1850 164; 1900 164; 1930 515; 1950 389; 2000 401; 2003 434.

Agra: Situationskarte 2003 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.
Agra: Situationskarte 2003 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.

Bigogno (Bigonio) wird 1270 in einem Inventar erwähnt, das den Besitz des Klosters Sant'Abbondio von Como im Valle di Lugano aufführt. Das Inventar des Domkapitels von Como (1298) nennt in Agra Allodialgüter, bischöfliche Lehen sowie Besitztümer der Abtei Disentis; im gleichen Dokument erscheint auch die Kirche San Tommaso in Agra, die zuerst zur Pfarrei San Pietro in Pambio gehörte und 1591 Unterpfarrei wurde. Die Kapelle Sant'Assunta in Bigogno ist schon 1609 fertiggestellt. In den Statuten von Como 1335 wird das concilium (Nachbarschaft) von Agra und Premona (alter Name von Barbengo) aufgeführt. Das landwirtschaftlich geprägte Dorf war einst berühmt für die Auswanderung von Kunsthandwerkern nach Russland. Das 1912 eröffnete, 1969 wieder geschlossene örtliche Sanatorium war Aufenthaltsort vieler, vor allem deutschsprachiger Persönlichkeiten und Intellektueller, die hier die Monatszeitschrift Die Terrasse publizierten.

Quellen und Literatur

  • Die Terrasse, Nr. 10, 1931
  • A.M. Redaelli, M. Agliati, Storia e storie della Collina d'Oro 1, 1977, 22, 149-169; 2, 1978, 432-503, 590 f.
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Antonio Gili: "Agra", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.03.2023, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002131/2023-03-14/, konsultiert am 13.07.2024.