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Carabietta

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Lugano, seit 2012 Teil der Gemeinde Collina d'Oro. Carabietta liegt am Luganersee, am östlichen Ufer des Armes von Agno. 1335 Carabio (auch für Carabbia gebräuchlich), 1375 La Carabieta. 1801 58 Einwohner; 1850 74; 1900 50; 1950 60; 1960 48; 2000 100; 2010 111; 2011 107.

Carabietta: Situationskarte 2011 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.
Carabietta: Situationskarte 2011 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.

Ende des 14. Jh. gehörte C. zur Pieve Agno, kam im 15.-16. Jh. zur Pieve Lugano und wurde schliesslich kirchlich abhängig von der Pfarrkirche von Morcote, zu welcher C. 1803-16 auch politisch gehörte. Im MA (1335) und während der eidg. Herrschaft (1664, 1784) besass C. den auf einen kaiserlichen Erlass zurückgehenden Rechtsstatus einer cassina, d.h. eines Dorfes mit Immunität, das von Abgaben befreit war. Die Kirche S. Bernardo (1634 erw.) steht auf den Fundamenten eines spätma. Vorgängerbaus. Die Einwohner von C. ergänzten ihre landwirtschaftlichen Einkommen durch Einkünfte aus der Emigration. C. war eine der kleinsten Gemeinden des Tessins und entwickelte sich allmählich zu einer Schlafgemeinde. In wirtschaftlichen und schulischen Belangen arbeitete es mit Barbengo und Grancia zusammen.

Quellen und Literatur

  • O. Camponovo, «Gli antichi comuni e borghi del Sottoceneri nel Medioevo», in AST, Nr. 3, 1960, 112 f.
  • O. Camponovo, «Terre con franchigie nel Sottoceneri», in AST, Nr. 9, 1962, 441, 444 f.
  • B. Anderes, Guida d'arte della Svizzera italiana, 1980, 304
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Antonio Gili: "Carabietta", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.03.2023, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002155/2023-03-14/, konsultiert am 23.04.2024.