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Maroggia

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Lugano, am Ostufer des Luganersees gelegen, 2022 mit Melano und Rovio zur Gemeinde Val Mara fusioniert. 962/966 Marogia. 1636 114 Einwohner; 1791 151; 1850 211; 1900 414; 1950 577; 2000 562; 2010 557; 2020 725; 2021 741.

Maroggia: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.
Maroggia: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.

Maroggia ist seit der Eisenzeit besiedelt, wie eine nordetruskische Inschrift und eine römische Stele belegen, die 1906 bzw. 1926 entdeckt wurden. Liutprand, König der Langobarden, schenkte das Dorf um 724 der Kirche San Carpoforo in Como, später ging es an die Benediktinerabtei Sant'Ambrogio in Mailand über. 1798 schloss sich Maroggia der kurzlebigen Republik Riva San Vitale an. Kirchlich gehörte das Dorf zu Riva San Vitale, 1644 wurde es eine selbstständige Pfarrei. Die 1579 erstmals erwähnte Pfarrkirche San Pietro stammte aus dem frühen Mittelalter; der um 1640 erstellte Neubau wurde 1982-1983 restauriert. Über einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert entstand 1731-1766 die Wallfahrtskapelle Madonna della Cintura (Pilgerwesen). Das Dorf lebte von der Fischerei, der Köhlerei und der Müllerei. Die aktuelle Mühle, von Johann Michael Stadlin Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, wurde im Jahr 2000 vollständig automatisiert und 2020 bei einem Brand teilweise zerstört. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in der Gemeinde auch eine Papier- und eine Lebensmittelfabrik betrieben. 1878 eröffnete Romeo Manzoni in Maroggia das nach ihm benannte internationale Mädchenpensionat, das 1905 an die Salesianer verkauft wurde, die dort das Kollegium Don Bosco gründeten. 2000 arbeiteten rund zwei Drittel der Erwerbstätigen ausserhalb der Gemeinde. 2005 stellte der zweite Sektor 58% der Arbeitsplätze.

Das Kollegium Don Bosco, überflutet von den Wassern des Luganersees, 1951 (Collegio Don Bosco, Maroggia).
Das Kollegium Don Bosco, überflutet von den Wassern des Luganersees, 1951 (Collegio Don Bosco, Maroggia). […]

Quellen und Literatur

  • Frigerio, Franco: Maroggia. Leggenda, storia, arte, 1972.
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
962/966: Marogia

Zitiervorschlag

Giuseppe Negro: "Maroggia", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 31.10.2022, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002180/2022-10-31/, konsultiert am 22.02.2024.