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Melano

Politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Lugano, am Ostufer des Luganersees am Fuss des Monte Generoso gelegen. 799 Mellani, 1192 Melano. 1591 100 Einwohner; 1702 193; 1769 205; 1801 351; 1850 368; 1900 584; 1950 529; 2000 1102; 2010 1306.

In Melano wurde eine Nekropole aus der Römerzeit entdeckt. 847 sind Besitzungen der Benediktinerabtei Sant'Ambrogio von Mailand bezeugt. Im Mittelalter kontrollierte die Stadt Como den Hafen von Melano, der im Kampf gegen Mailand Anfang des 12. Jahrhunderts strategische Bedeutung hatte. Die im Stadtrecht von Como von 1335 erwähnte Befestigung zwischen Melano und Capolago war vermutlich eine Letzi. 1798 gehörte der Ort zur kurzlebigen Republik Riva San Vitale. Die Bewohner waren zunächst nach Riva San Vitale kirchgenössig, 1591 wurde die Gemeinde selbstständige Pfarrei. Die im 15. Jahrhundert erwähnte Pfarrkirche Sant'Andrea wich 1846-1850 einem Neubau, der 1992-1994 restauriert wurde. Die ab dem 14. Jahrhundert bezeugte Wallfahrtskirche Madonna del Castelletto entstand 1634-1637 auf einem romanischen Vorgängerbau. Sie wurde 1985-1987 restauriert und ist eines der beliebtesten Pilgerziele im Tessin. Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft waren neben der saisonalen Auswanderung lange die Haupterwerbsquellen. 1840 eröffnete Giovanni Battista Fogliardi in Melano eine der ersten Seidenspinnereien des Tessins. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts lebte die Gemeinde vor allem vom Tourismus.

Quellen und Literatur

  • Robertini, Agostino; Toppi, Silvano: Il Comune, 1978, S. 253-268.
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
799: Mellani
1192: Melano

Zitiervorschlag

Negro, Giuseppe: "Melano", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.02.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002182/2021-02-17/, konsultiert am 19.06.2021.