de fr it

Neggio

Politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Lugano, im unteren Malcantone. Die Gemeinde umfasst das gleichnamige Dorf auf einer Anhöhe sowie den Weiler Ai Mulini an der Magliasina. 807 Nego, 1335 Negio. 1670 127 Einwohner; 1801 120; 1850 203; 1900 183; 1950 193; 1980 315; 2000 352; 2010 327; 2020 322.

Neggio: Situationskarte 2022 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.
Neggio: Situationskarte 2022 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.

Gräber aus dem 3.-4. Jh. n.Chr. lassen eine röm. Ansiedlung vermuten. Im 15. Jh. ist N. als selbstständige Nachbarschaft erwähnt. 1611 trennte es sich von der Pfarrei Agno. In der Kirche S. Maria dell'Annunciata sind Fresken aus dem 14. Jh. erhalten; diese stammen aus dem Vorgängerbau, der 1620 abgerissen wurde, um dem Neubau Platz zu machen. Von der ehem. Kirche S. Giorgio ist nichts erhalten, auf dem gleichnamigen Hügel befindet sich eine Kapelle aus dem 18. Jh. Über Jahrhunderte wurden im Weiler Ai Mulini versch. Handwerke betrieben, welche die landwirtschaftl. Tätigkeiten ergänzten. Zu Beginn des 21. Jh. arbeitete der grösste Teil der Erwerbstätigen ausserhalb der Gem., v.a. in Lugano und in der Vedeggio-Ebene. Seit 1938 existiert eine kleine Gemeinschaft von Dominikanerinnen, die im Jan. 1944 Edda Ciano, Tochter Benito Mussolinis, mit ihren Kindern beherbergte. 1956 wurden in der Gem. Berufsbildungs- und Hauswirtschaftskurse eingeführt. Das Schulhaus, eine Schenkung der Fam. Soldati, beherbergt seit 1986 eine Behindertenwerkstätte.

Quellen und Literatur

  • E. Maspoli, Compendio storico di Magliaso, 1944 (Neudr. 1991)

Zitiervorschlag

Bernardino Croci Maspoli: "Neggio", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.02.2023, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002191/2023-02-17/, konsultiert am 28.05.2024.