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Sessa

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Lugano, im mittleren Malcantone gelegen, 2021 mit Croglio, Monteggio und Ponte Tresa zur Gemeinde Tresa fusioniert. Sessa umfasste neben dem gleichnamigen Kerndorf die Siedlungen Beredino, Bonzaglio, La Costa, Lanera und Suino. 1335 Sexa. 1801 687 Einwohner; 1850 621; 1900 625; 1950 452; 1970 402; 2000 604; 2010 658; 2020 673.

Sessa: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
Sessa: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

Im Frühmittelalter führte die Niederlassung von langobardischen Arimannen (Langobarden) aus der Familie de Sessa zur Bildung einer Adelskorporation, die neben derjenigen der Nachbarschaft bis zur Herrschaft der Eidgenossen überlebte. Die Capitanei von Sessa waren Reichsvassallen. Friedrich II. erwähnte 1240 die dortige Burg, welche vermutlich im Dorfkern lag. Die Reichsunmittelbarkeit im Gebiet des alten Malcantone (Sessa, Astano und Monteggio) erklärt das Fehlen von grundherrlichen Rechten des Bischofs von Como, aber auch das andauernde Bestreben der lokalen Führungsschicht, sich von der Pieve von Agno zu lösen. Zur vielleicht schon vor dem 16. Jahrhundert gegründeten Pfarrei gehörten auch Monteggio, Castelrotto und Cremenaga; der letztgenannte Ort auf inzwischen italienischem Territorium wurde erst 1842 abgetrennt. Neben der 1288 bezeugten Pfarrkirche San Martino, deren heutige Gestalt auf das Jahr 1630 zurückgeht, weist das Dorf mehrere andere Kapellen und Kirchen auf, darunter Sant'Orsola (1601 errichtet). In der Zeit der eidgenössischen Herrschaft sprach der capitano reggente von Lugano als Landvogt im Gerichtsgebäude (casa dei landfogti) Recht. Landwirtschaft und Auswanderung kennzeichneten das traditionelle Wirtschaftsleben. Im 19. Jahrhundert kam es zur Ausbeutung der Torflager in den Prati Vergani und von Goldminen am Monte Sceree (zwischen Sessa und Astano). Die Gesellschaft Mines de Costano SA nahm die Bergbautätigkeit in den Jahren 1935-1952 erneut auf; die Wiedereröffnung eines Stollens im Jahr 2018 ermöglichte die touristische Erschliessung des Gebiets.

Quellen und Literatur

  • Bertoliatti, Francesco: Profilo storico di Sessa, 1942.
  • Staffieri, Giovanni Maria: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi, 1985, S. 50-55.
Von der Redaktion ergänzt
  • Inventario federale degli insediamenti svizzeri da proteggere d'importanza nazionale (ISOS), 2005 [Sessa].
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1335: Sexa

Zitiervorschlag

Bernardino Croci Maspoli: "Sessa", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.09.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002207/2021-09-14/, konsultiert am 13.08.2022.